Was ist das eigentlich? Boxing Day? Weiss niemand so genau. Es gibt mehrere Theorien. Viele sagen, der Name kommt daher, dass am Tag nach Weihnachten die Hausangestellten von ihren Arbeitgebern Geschenke ueberreicht bekamen, fuer erbrachte Dienstleistungen. Box = Karton. Find ich toll und deshalb ignoriere ich die anderen Theorien auch geflissentlich.
Am 26. Dezember ist in Australien schon lange alles wieder beim Alten. Die Geschaefte haben wieder geoffnet und bis Weihnachten dauert es wieder ganze 364 Tage. Am 26. Dezember gibt es in den Geschaeften irre Schnaeppchen zu machen. Produkte sind um die 40 bis 50 % herabgesetzt. Die Leute kaufen bis der Arzt kommt. Viele freuen sich auf diesen Tag mehr als auf Weihnachten...
Schoene Gruesse!
Australien ungeschminkt. Leben. Reisen. Abenteuer. Politik. Gesellschaft. Immigration. Kultur. Sprache. Lifestyle. Augenzeugenberichte. Breaking-News. Täglich Neues aus Australien.
Sunday, 26 December 2010
Thursday, 23 December 2010
Weihnachtslieder beim Picknick
Heiligabend singen am Sydney Myer Music Bowl in Melbourne alle bei Kerzenlicht. Vier Uhr ist Einlass und die Veranstaltung wird auch im Fernsehen uebertragen. Ist also nicht nur was fuer Weihnachtsfans, sondern auch was fuer Fans von: "bin ich jetz' in feeernsehen?" Von Freunden fuer Freunde sozusagen! Nebst Rahmenprogramm darf man sogar auch eine Wolldecke, Plastikweinglaser und Salate mitbringen, um sich in die richtige Stimmung zu versetzen. Weihnachtslieder und Picknick ist gleich Heiligabend feiern?! Passt irgendwie ja gar nicht zusammen. Doch hier in Oz geht das alles. Nichts wie hin. Die Bescherung gibt es erst morgen frueh...
Froehliche Weihnachten und einen wunderbaren Heiligabend mit vielen Leckereien!
Schoene Gruesse!
Froehliche Weihnachten und einen wunderbaren Heiligabend mit vielen Leckereien!
Schoene Gruesse!
Monday, 20 December 2010
Ein rundes Stück Australien!
Wenn man nicht in der Lage ist, Weihnachten im Land seiner Träume zu feiern, dann kann man doch zumindest ein für dieses Traumland typisches Rezept zubereiten. Das gibt einem garantiert umgehend das Gefühl dort zu sein. Die Gedanken sind bekanntlich frei und Tagträumen ist doch einfach herrlich!
Hier haben wir mal wieder ein ganz traditionelles Rezept. Australisches Rezept? Die Grenzen sind da ja eher verwischt. Viele Leute habe ich nach einem traditionellen australischen Christmas Pudding Rezept gefragt. Weder Kosten noch Mühen habe ich gescheut eines zu finden, doch erhalten habe ich stets die gleiche Antwort. Nämlich, dass es kein traditionelles australisches Christmas Pudding Rezept gibt. Fast alle gaben mir den gleichen klugen Rat und zwar, einfach ein englisches Rezept auszuprobieren. Das hab ich dann auch mal gemacht. Nur zu empfehlen ist es.
Wie viel Zeit muss ich investieren? Gut Ding will Weile haben. 1 Tag, 40 Minuten, Backzeit 6 Stunden.
Welche Zutaten benötige ich?
250 gramm Rosinen
250 gramm Sultaninen
250 gramm Korinthen
250 gramm kandierte Orange, fein gehackt
200 ml Rum
250 gramm Butter, plus Extrakosten für das Einfetten
275 gramm brauner Zucker
1 fein zerriebene Schale einer Orange
1 fein zerriebene Schale einer Zitrone,
4 Eier, leicht verrührt
150 gramm Mehl
½ tsp Salz, Weihnachtsgewürz, Muskatnuss, Ingwer, Zimt und Backpulver
275 gramm geriebene Mandeln
140 gramm frische Brotkrumen
TIPP: Folgendes gilt es zu beherzen, ist ganz ganz wichtig fürs kommende Jahr. Jedes Familienmitglied rührt den Teig einmal im Uhrzeigersinn und wünscht sich dabei etwas für das neue Jahr! Pssssssssssssst.
Den Wunsch bitte für sich behalten, sonst wird er nicht in Erfüllung gehen!
Wie mach ich das denn jetzt?
Rosinen, Sultaninen, Korinthen und kandierte Orange in einer Schüssel kombinieren, mit Rum bedecken, über Nacht stehen lassen.
Butter, Zucker und fein geriebene Rinde der Orange und Zitrone verrühren. Nach und nach langsam Eier, Mehl, Backpulver, Salz, Weihnachtsgewürz, Muskatnuss, Ingwer, Zimt, die in Rum getränkte Fruchtmischung und Mandelmehl hinzufügen.
1.8 Liter große Puddingform mit Butter ausfetten, den Boden mit Backenpapier auslegen und mit Mehl bestäuben. Christmas Pudding Masse in Schüssel geben und Oberseite ebenfalls mit Backenpapier abdecken. Mit zwei Lagen Alufolie abdecken.
Puddingform auf einen passenden Rost oder Geschirrtuch in eine große Kasserolle stellen. Mit genügend Wasser füllen, bis zur Hälfte der Puddingform. Deckel auf Kasserolle und ungefähr 6 Stunden lang ungefähr lassen. Gegebenenfalls Wasser nachfüllen. In der Puddingform abkühlen lassen.
Der Christmas Pudding kann weit im Voraus zubereitet werden. Erwärmt wird die süße Pracht vor dem Verzehr für 2 ½ Stunden in der großen Kasserolle im siedenden Wasser. Verspeist wird der Christmas Pudding mit Vanillesoße. Mmmmmmmmmmmmmmmh, lecker.
Noch sind es ein paar Tage bis zum Fest! Ich werde mir die Zeit des Wartens mit einem weiteren Stück Christstollen aus Deutschland verkürzen. Und wenn ich mich dann auf den Weg in das Land meiner Träume aufmache? Weihnachten, ganz sicher nicht ohne meinen Christstollen!
Schöne Grüsse aus Melbourne!
Saturday, 18 December 2010
Kuhjungen feiern Weihnachten in Australien!
Jetzt sind es nur noch einige Tage bis Weihnachten. Deshalb gönnen wir uns heute noch ein australisches Weihnachtslied! The Three Drovers, die drei Kuhjungen, zum mitsingen.
The Three Drovers
Across the plains one Christmas night
Three drovers riding blithe and gay,
Looked up and saw a starry light
More radiant than the Milky Way;
And on their hearts such wonder fell,
They sang with joy. 'Noel! Noel! Noel! Noel! Noel!'
The air was dry with summer heat,
And smoke was on the yellow moon;
But from the heavens, faint and sweet,
Came floating down a wond'rous turn;
And as they heard, they sang full well
Those drovers three. 'Noel! Noel! Noel! Noel! Noel!'
The black swans flew across the sky,
The wild dog called across the plain,
The starry lustre blazed on high,
Still echoed on the heavenly strain;
And still they sang, 'Noel! Noel!'
Those drovers three. 'Noel! Noel! Noel! Noel! Noel!'
Schöne Grüße aus Melbourne!
Thursday, 16 December 2010
Australiens “Kaufhausbotschafter”
Das hier alle so freundlich sind, wissen wir ja alle. Die meisten Touris schwärmen ja immer, “Die fragen jedes Mal, wie es mir geht”. Das ist aber natürlich nur eine andere Art “Guten Tag” zu sagen und hat nahezu null mit Freundlichkeit zu tun. Gut wäre das auch geklärt.
Hier wird gerade darüber geklagt, dass in der Gastronomie Fachpersonal fehlt. Es gibt einfach keine gut ausgebildeten Kräfte im Servicebereich. Die Restaurantbesitzer sind hilflos und wissen nicht wie sie die Zukunft meistern sollen. Die Schulabgänger haben einfach keine Lust zu unmöglichen Arbeitszeiten zu arbeiten, wie zum Beispiel am Wochenende und abends. Man behilft sich also mit Aushilfskräften. Das merkt man als Gast und so manch ein Restaurantbesuch wird dadurch getrübt, dass man schlecht bedient wird.
Nicht nur das. Hier gibt es gerade einen neuen Trend bezüglich Kundenservice. Sicher gibt es den in anderen Ländern auch. Doch hier ist dieser relativ neu. Irgendwo müssen die Ozis wohl aufgeschnappt haben, dass so eine Art des Service der letzte Schrei ist. An Eingängen von Einkaufszentren, Supermärkten und/oder Supermärkten und so weiter steht ein/e TuersteherIn, die/der dem Kunden den Weg weisen soll. Meine Erfahrung jedoch zeigt, dass ausnahmslos alle Geschäfte besser daran getan hätten, diese Person dort nicht hinzustellen oder diese vor dem Einsatz zumindest entsprechend zu schulen. Was gibt es für ein schlechteres Aushängeschild als ein Mitarbeiter, der keinen Plan hat, aber weltbester Botschafter, Begrüßer oder wie auch immer genannt wird?
Das geht dann so.
In einem der zwei großen australischen Kaufhäuser. “Wo finde ich die Schreibwarenabteilung?” Kaufhaus-Botschafter: “Die Schreibwarenabteilung? Ich glaub die ist in der unteren Etage, ja müsste sie eigentlich, sicher bin ich mir nicht, ich frag mal den Kollegen dort, bla bla bla”. Meine Aufmerksamkeit ist schon lange flöten gegangen, er fragt den Kollegen, dieser antwortet: "Die Schreibwarenabteilung? Ich glaub die ist in der unteren Etage, ja müsste sie eigentlich, sicher bin ich mir nicht, doch, doch, die ist da unten” … Eine gelungene Vorstellung von, wie sollte ich mich Kunden gegenueber nicht verhalten!
Ich betrete die Filiale eines Telefonanbieters. Sofort stürmt eine “Botschafterin” auf mich zu. “Hallo, kann ich sie in die richtige Richtung schicken?” Erfreut und überrascht antworte ich “Ja gerne, ich möchte gerne ein XY kaufen”. Überlegener abwertender Blick der “Botschafterin”: “Das ist ausverkauft”. “Schade, wann bekommen sie es denn wieder rein?” Die hilfsbereite “Botschafterin” antwortet mit einem breiten und freundlichen lächeln: “Wenn es wieder geliefert wird”.
In so Situationen werde ich immer ganz wachsam und versuche die Contenance beizubehalten. Alles in mir schreit: Lockvogel Alarm! Denn ich habe keine Lust, gleich von Kurt und Paola als die ungeduldige Kundin vorgeführt zu werden. Brav warte ich also jedes Mal, darauf, dass der Kurt mit seinem verschmitzten Grinsen hinter einer Säule hervorspringt und sich alles als ganz toller Scherz herausstellt. Jedes Mal vergeblich. Paola und Kurt haben mich noch nie aus diesem Albtraum gerettet.
Diese Ereignisse lassen sich spielend endlos weiter aufzählen. Da wollen sie alles so toll machen und erreichen aber so was von gar nichts, sondern eher das Gegenteil. Würden die am Eingang gar nicht erst so einen Clown, ups Botschafter, auf mich hetzen, würde ich doch gar nicht sofort auf den ersten Blick merken, dass die alle gar keine Ahnung haben.
Verstehen Sie Spaß? Immer ruhig bleiben! Immer mehr Yoga machen!
Schöne Grüsse aus Melbourne!
Wednesday, 15 December 2010
Australische Weihnachts-Kirschbomben
Was isst man denn so in der Vorweihnachtszeit, während man dem Australian Jingle Bells lauscht?
Australische Weihnachts-Kirschbomben hören sich doch ganz gut an.
Zutaten:
-50 gr Kirschen
-460 gr Dosenmilch
-460 gr Kokosnussflocken
-2 Teelöffel Kirschlikör
-220 gr Dunkle Schokolade/Kuvertüre
Zubereitung:
-Zutaten mit Mixstab pürieren,
-aus der Masse Kugeln formen,
-Schokolade im Wasserbad schmelzen,
-Kugeln auf einer Seite eintauchen,
-auf einer Platte anrichten und im Kühlschrank kaltstellen
Schnell zubereitet hat man schwups, eine australische Weihnachtsspezialität auf dem Teller. Viel Spass!
Schöne Grüsse aus Melbourne!
Tuesday, 14 December 2010
Kann Swaggy Claus den Weihnachtsmann ersetzen?
Swaggy Claus trägt einen Akubra mit Weinkorken, ein blaues Unterhemd und kurze Hose. Geschenke liefert er zu Weihnachten mit seinem Allradwagen aus. Den Winter verbringt er immer mit seinen Dingos am Uluru.
Dem Weihnachtsmann ist es hier doch viel zu warm in Australien und deshalb wurde kurzerhand und ganz fürsorglich ein Ersatz gefunden. Viele nehmen an, dass es sicher noch einige Zeit dauern wird, bis der “Swag Man” den Weihnachtsmann gänzlich ersetzen wird.
Wer braucht hier schon Traditionen? Erfindet man halt einen neuen Weihnachtsmann. Der ist dann auch “Made in Australia”. Ein Gütesiegel. Während es auf der einen Seite Zugereiste sofort in ihrer Entscheidung bekräftigt, das damit ausgezeichnete Produkt besser nicht zu kaufen, führt es bei den Einheimischen zu einer stolz angeschwelten Brust.
Wenn der Weihnachtsmann nicht aufpasst, hat er hier bald ausgedient. Vielleicht nimmt er doch besser die australische Staatsbürgerschaft an, um hier in Australien weiterhin toleriert zu werden?
Schöne Grüsse aus Melbourne!
Monday, 13 December 2010
Dritter Advent auf australische Art
O Heiland, reiß die Himmel auf. Macht hoch die Tür, die Tor macht weit. Es kommt ein Schiff geladen. Was auch immer! Am dritten Adventssonntag macht man es sich gemütlich, zündet drei Kerzen an, spielt mal was auf der Blockflöte und isst selbst gebackene Lebkuchen oder Makronen. Die Stimmung ist entspannt, irgendwie liegt auch schon leichte Aufregung und Vorfreude auf Weihnachten in der Luft. Oder aber man geht auf den Weihnachtsmarkt, am liebsten mit einem Kinderwagen, um die anderen Besucher nerven zu können. Glühwein und Germknödel, man geht heim und schwört sich zum x-ten Male nie mehr, nie mehr, wirklich nie mehr am dritten Advent auf den Weihnachtsmarkt zu gehen! Dritter Advent in Deutschland.
Irgendwo in der Nachbarschaft wird gesoffen und gefeiert, was das Zeug hält, hört sich stark nach Grillparty an, unterhalten wird damit die ganze Gegend. Gegenüber renoviert jemand sein Haus. Das Gekreische der Kreissäge und Staub liegen in der Luft. Strahlender Sonnenschein, Hitze und Dauerregen wechseln sich ab.
Ich denke an Theodor Storm, “Denn Äpfel, Nuss und Mandelkern essen fromme Kinder gern….Von drauß' vom Walde komm ich her; ich muss euch sagen, es weihnachtet sehr!”
Verlassen esse ich meine selbst gebackenen Nussmakronen (und das auch noch ohne Backoblaten). Andere Länder, andere Sitten.
Schöne Grüsse aus Melbourne!
Saturday, 11 December 2010
Renntiere sind (keine) Fabelwesen!
Hier in Australien gibt es sie nicht, aber es gibt sie. Und nicht wie ein Osi mal angenommen und laut verkündet hatte, “das sind doch Fabelwesen, dachte ich”. Nicht einfach, da nicht ungläubig zu gucken und einfach guter Dinge mit dem Gespräch fortzufahren. Man fängt irgendwie an, sei es auch ganz ungewollt, plötzlich vieles anzuzweifeln. Und ja, die Person ist Erwachsen, schon seit Jahren.
Hier kommt noch so ein Osi Weihnachtsgassenhauer, wie wir ihn neulich schon hatten. Manchem Osi wird dabei das Herz aufgehen, für mich es ganz so, als seien Meister Eder und sein Pumuckl hier in Australien auf Urlaub und singen Schabernack-Lieder. Für jeden etwas dabei. Wer findet schon den Pumuckl doof?
Bevor es losgeht, hier noch ganz rasch einige Erklärungen.
Boomers – große Kängurus,
booming – das Geräusch, welches entsteht, wenn das Känguru nach dem Sprung landet,
Joey – ein Babykänguru,
Marble Bar – Stadt in Australien.
Einleitung
in australia, christmas comes in the middle of a very hot summer
so when santa claus delivers his presents
he's not taken around by reindeer because
they can't stand the terrible heat
he's taken around by six big, white, old man kangaroos
called the six white boomers
Six white boomers
Early on one christmas day
a joey kangaroo
was far from home and lost
in a great, big zoo
mommy....where's my mommy?
they've taken her away
we'll help you find your mommy, son
hop up on the sleigh
Up beside the bag of toys little Joey hopped,
But they hadn't gone far when Santa stopped.
Unharnessed all the reindeer and Joey wondered why,
Then he heard a far off booming in the sky.
Six white boomers, snow white boomers,
Racing Santa Claus through the blazing sun.
Six white boomers, snow white boomers,
On his Australian run.
Pretty soon old Santa began to feel the heat,
Took his fur lined boots off to cool his feet,
Into one popped Joey, feeling quite okay,
While those old man Kangaroos kept pulling on the sleigh.
Six white boomers, snow white boomers,
Racing Santa Claus through the blazing sun.
Six white boomers, snow white boomers,
On his Australian run.
Joey said to Santa, 'Santa, what about the toys?
Aren't you giving some to these girls and boys?'
'They've got all their presents, son, we were here last night,
this trip is an extra trip, Joey's special flight.'
Six white boomers, snow white boomers,
Racing Santa Claus through the blazing sun.
Six white boomers, snow white boomers,
On his Australian run.
Soon the sleigh was flashing past right over Marble Bar,
'Slow down there,' cried Santa, 'it can't be far,
Come up on my lap here, son, and have a look around.'
'There she is, that's Mummy, bounding up and down.'
Six white boomers, snow white boomers,
Racing Santa Claus through the blazing sun.
Six white boomers, snow white boomers,
On his Australian run.
Well that's the bestest Christmas treat that Joey ever had,
Curled up in mother's pouch feeling snug and glad.
The last they saw was Santa heading northwards from the sun,
The only year the boomers worked a double run.
Six white boomers, snow white boomers,
Racing Santa Claus through the blazing sun.
Six white boomers, snow white boomers,
On his Australian run.
Einen schönen, geruhsamen und fröhlichen dritten Advent wünsche ich allen.
Schöne Grüsse aus Melbourne!
Friday, 10 December 2010
Alles in "Vegemite" in Oz
Oprah ist ja jetzt endlich hier und alle fühlen sich geehrt. Wie kann ich mich geehrt fühlen, einen TV-Star sehen zu dürfen? Es ist vielleicht aufregend oder witzig oder was auch immer. Aber geehrt? Na ja, kann ich mir nur schwer vorstellen. Doch, wenn man so ein absoluter Fernsehfanatiker ist, verwechselt man das eine oder andere schon mal …
Bilder werden uns hier gezeigt von glücklicher Oprah, auf denen sie noch glücklichere Ureinwohner Kinder in die Kamera hält. Nichts gegen Oprah, ich kenne die nicht, die macht das sicher alles ganz toll und engagiert sich wie Bolle. Das Leben ist doch einfach zu kurz. Also, Oprah hält fröhliche Ureinwohner Kinder in die Kamera. Ich frage mich, wo sie die herhat. Erst vor einigen Wochen war ich in der Gegend im NT und Südaustralien und habe da niemand glücklichen gesehen. Alle Ureinwohner, die ich gesehen habe, hingen in der Ecke ab, schliefen auf der Straße. Sie sind nicht integriert und haben nichts zu lachen hier in Australien. Man interessiert sich einfach nicht für sie. Meiner Einschätzung nach ist es für die Ossis so, sie sind dummerweise da, doch wenn man nicht drüber spricht, geht das Problem vielleicht von alleine weg?
Thursday, 9 December 2010
Oztralian Jingle Bells
Hier zum Mitsingen der Text! Fehlen Vokabeln? Mal hier gucken...
Dashing through the bush
In a rusty Holden Ute
Kicking up the dust
Esky in the boot
Kelpie by my side
Singing Christmas songs
It's summer time and I am in
My singlet, shorts & thongs
OH, JINGLE BELLS, JINGLE BELLS
JINGLE ALL THE WAY
CHRISTMAS IN AUSTRALIA
ON A SCORCHING SUMMER'S DAY
JINGLE BELLS, JINGLE BELLS
CHRISTMAS TIME IS BEAUT
OH WHAT FUN IT IS TO RIDE
IN A RUSTY HOLDEN UTE
Engine's getting hot
Dodge the kangaroos
Swaggy climbs aboard
He is welcome too
All the family is there
Sitting by the pool
Christmas day, the Aussie way
By the barbecue!
CHORUS
Come the afternoon
Grandpa has a doze
The kids and uncle Bruce
Are swimming in their clothes
The time comes round to go
We take a family snap
Then pack the car and all shoot through
Before the washing up
CHORUS
Ein Stück australische Kultur. Das verdient doch ein fröhliches Ho Ho Ho.
Schöne Grüße aus Melbourne!
Tuesday, 7 December 2010
Julian Assange. Townsville liegt in Queensland!
Sicherlich wollen doch alle schon wissen, wo Townsville liegt und was da so geht. Deshalb stelle ich es mal ganz kurz vor.
Townsville liegt in Queensland, ungefähre 1200 km nördlich von Brisbane. So um die 180.000 Menschen nennen Townsville ihre Heimat.
Townsville ist umgeben von einem reichen Hinterland, tropischen Regenwäldern und Wasserfällen. Das Great Barrier Reef ist auch nicht weit weg. Zuckerrohr- und Mangoplantagen! Ein rosa Berg, stolze 290 Meter hoch, steht mitten in der Stadt. Ganz in der Nähe liegt Magnetic Island, ein wahres Urlaubsparadies mit schönen Stränden und 100 Vogelarten. Schwimmen, wandern, lesen. Was will man mehr?
Für alle die bis jetzt immer noch nichts mit Townsville anfangen können und bei denen der Groschen immer pfennigweise fällt. Warum dachte ich das Interesse besteht? Man, in Townsville, da wurde doch der Mann der Stunde geboren. Julian Assange!
Schöne Grüße aus Melbourne!
Monday, 6 December 2010
Ich packe in meinen Koffer!
Gibt es in Oztralien etwa keine Baumwollsocken? Oztralia, oder auch Australien. Ja, jetzt wohne ich doch tatsächlich ganz schön weit weg von Deutschland. Manchmal erkennt man den “Ernst der Lage” ja erst nach Jahren. Manche Dinge lernt man aber auch ganz schnell und kann sie auch nicht ändern. Wie zum Beispiel, dass das Internet hier langsam ist.
Und an manche Dinge denkt man auch gar nicht, bevor man sich auf den Weg macht. Man kann sich das doch auch alles gar nicht vorstellen, was man hier zu erwarten hat.
Es sind ja immer so die Kleinigkeiten, die man vermisst. Hier gibt es alles, so ist es nicht. Klar, wenn ich da jetzt so saturiert in Deutschland auf dem Sofa sitzen würde und im Sommer an die Nordsee fahre und vielleicht auch noch ein Mal im Jahr nach Griechenland oder Spanien, wenn ich mal was Wildes machen will, dann würde ich jetzt auch denken, man die hat Probleme die Gute. Hab ich auch, die Realität ist aber doch auch wirklich krass. Es bedeutet ja aber auch nicht, nur weil ich hier in Lucky Country was vermisse, dass ich sofort nach Deutschland möchte. Nein! Oh, hoffe die Angela M. liest so bissige Sachen nicht. Hinterher komm ich gar nicht mehr rein in Deutschland.
Wohne jetzt seit knapp fünf Jahren hier. Und in diesen Jahren, da habe ich echt schon das eine oder andere Mal irgendwas vermisst. Backoblaten beispielsweise. Gibt es hier nicht! Da denkt doch niemand dran. Backoblaten. Wo sind wir denn hier? Achtung, Achtung, sie betreten nun eine Backoblaten-freie-Zone. Da wäre jetzt niemand drauf gekommen, dass man die hier nicht kaufen kann. Während in Deutschland schon alle entspannt backen, renne ich hier wieder rum und muss mir alles zusammen suchen. Und das schon seit Jahren völlig erfolglos. Ich weiß, dass in Afrika Kinder verhungern. Trotzdem darf man wohl noch Backoblaten vermissen.
Bodylotion, Gesichtscreme, Augencreme, Gesichtsreiniger, Baumwollsocken, Unterwäsche, T-Shirts, Tapeten, Bücher. Nur um mal eine Idee zu geben, in was ich hier reingeraten bin. Bekommt man nun Wind davon, dass jemand nach Europa oder Deutschland in die Ferien oder warum auch immer dorthin fliegt, kann man nur beten, dass diese Person sich bereit erklärt einem etwas mitzubringen. Doch leider sind die meisten ja oft auch genau so verzweifelt wie man selber und haben folglich gar keinen Platz mehr im Koffer. Erst neulich beschwerte sich eine Besucherin, dass man hier ja wirklich überhaupt rein gar nichts kaufen kann, weil hier alles so viel teurer als in Europa ist. Man, die beschwert sich. Die fliegt morgen zurück, die hat gut reden.
Jetzt machen wir ihn mal, den ‘Hausfrauentest’. Der geht so.
Morgens aufstehen, Lebkuchen mit Oblaten backen, feststellen, die gibt es nicht. Nirgendwo, egal was man auch unternimmt. Überall nur ungläubige Gesichter, wenn man erklärt was Backoblaten sind. Mit leeren Händen fährt man heim.
Tapetenladen. Der Verkäufer zeigt einem ein paar Rollen zur Auswahl. Nichts zu machen, die Auswahl ist eher begrenzt. Man regt sich auf, ist dem Verkäufer aber egal. Man wundert sich. Hier ist aber auch rein gar nichts in Obi. Mit leeren Händen fährt man heim.
Neue Gesichtscreme braucht man, der Verkäufer verlangt 58 AUD für eine Creme die in Deutschland EUR 16 kostet. Nichts zu machen, die gibt es hier nicht billiger. Man regt sich auf, das ist dem Verkäufer aber so was von total egal. Mit leeren Händen fährt man heim.
Buchladen. Fast alle Bücher kosten um AUD 30 oder mehr. Mit leeren Händen fährt man heim und fängt sofort mit dem Sparen an.
Man ist ständig auf der Suche nach Leuten, die einem die Creme mitbringen. Irgendwann hört man auch auf sich dafür zu schämen, dass man männliche Freunde fragt, ob sie einem entweder Tagescreme oder T-Shirts mitbringen.
Gut muss man halt mehr bezahlen. Doch alleine das Wissen, dass der Rest der Welt für das gleiche Produkt so viel weniger zahlt, schreckt unheimlich ab. Auch gut kauft man nicht so viel. Habe vor zwei Tagen ein Gespräch in einem Kaufhaus mitbekommen. Eine Kundin fragte eine Verkäuferin, warum sie denn für dieses Oberteil so viel bezahlen muss. Darauf antwortete diese: “Wenn ihnen das nicht passt, dann müssen sie es sich in England kaufen.”
Und das nächste Mal, wenn jemand im H+M steht und schwarze Baumwollsocken für EUR 4,90 kauft, bitte ich hiermit offiziell um eine „Australien-Gedenkminute“. Eine „Deutschland-Gedenkminute“ lege ich doch auch immer ein, wenn ich mal wieder bei 30 Grad am Strand spazieren gehe. Eine Hand wäscht die andere.
Was vermisst Ihr hier? Was würdet Ihr hier wohl vermissen?
Schöne Grüße aus Melbourne!
P.S. Schönen Nikolaus (zur Info. Den guten Mann, den kennt hier keiner! Viele reagieren so, als sei diese “Märchenfigur” ganz alleine meiner Fantasie entsprungen).
Endlos ist die Liste irgendwie! Noch mehr!
Endlos ist die Liste irgendwie! Noch mehr!
Friday, 3 December 2010
Eine Nation ist verzweifelt!
Das Gejammer ist groß und überall zu hören! Schuld sind wie immer die anderen.
Kurzer Überblick. „Hier braucht sich niemand zu schämen, die anderen sollten sich schämen, weil sie sich für das falsche Land entschieden haben. Ach überhaupt und nicht nur das, der ganze Abstimmungsvorgang ist doch totaler Mist. Das Australien nicht als Austragungsort für die Fußball WM 2022 ausgewählt wurde, liegt nicht an Australien. Hier ist alles super, hier wurde immer alles super gemacht und es wird immer super bleiben. Die besten Sportereignisse finden sowieso nur hier statt. In Qatar, da sind doch sowieso alle korrupt und sowieso viel zu reich. Fußballspielen können die da doch auch gar nicht. Der Auswahlprozess ist eine erbärmliche Demütigung für Australien. Alles Schwindel und Betrug! Alle haben Australien vorher angelogen und das ohne rot zu werden. Das ist doch Gaunerei. Australien hat bei der Bewerbung alles korrekt gemacht und als Bewerber und Nation kann man darauf stolz sein. Die Mitbewerber haben sich doch nicht wirklich an die Regeln gehalten. Das war alles vorher schon entschieden. Alle haben nur gekungelt mit den Wahlstimmen. Australien hatte Hoffungen, dass aufgebaute Kontakte Stimmen bringen würden, doch das ist nicht eingetroffen. Sepp Blatter, man dachte er wird Australien unterstützen. Australien ist zu ehrlich, um diese Entscheidung gewinnen zu können. Das liegt nicht in unserer DNA, die Korruption“. Soviel zu den Stimmen von offizieller Stelle.
So reagierten die Einwohner Australiens.
„Hier sind alle so unabhängig und machen was sie wollen, wir spielen nach unseren eigenen Regeln, wir alle sind immer ganz ehrlich, Korruption gibt es hier nicht. Man darf nicht verlangen, dass der Rest der Welt nach diesen Regeln lebt. AUD 45 Millionen verschwendet! Wikileak hat uns doch alles über Russland und Katar gesagt, mit denen möchte ich nicht spielen. Mit Geld kann man sich alles kaufen. Bestechung! 45 Grad Celsius in Katar im Juni, hahaha, dass ich nicht lache. Nachdem man wochenlang Vuvuzela Lärm hören musste, in einem Land das gesetzlos ist, werden nun in 2022 alle nach dem Sharia Gesetz behandelt, hängen in der Hitze ab und können kein Bier trinken. Wir haben doch Footy, darauf können wir stolz sein. Die Zukunft gehört Asien. Haben die Araber sich wohl mit ihrem schlimmen Akzent gefreut? Was machen dritte Welt Länder wohl mit Klimaanlagen ausgestatteten Sportstadien?“
300 total enttäuschte Fans haben der Übertragung der Entscheidung vor der Großleinwand beigewohnt. Das sind Massen. 300 Leute, so viele stehen morgens in jeder europäischen Großstadt vor mir in der Bäckerei Schlange, um sich fürs Büro ein Rosinenbrötchen zu kaufen.
Ach Manno, vielleicht wird es doch was in 2038? Bis dahin, kann sich ja der Grossteil Australiens weiter über den Rest der Welt aufregen und lustig machen. Wenn man so toll ist, dann darf man das ja wohl auch.
Schöne Grüße aus Melbourne!
Thursday, 2 December 2010
Die nasse Wahrheit über Australien!
Sommer in Oztralien geht bekanntlich so: Goldene Strände, ewiger Sonnenschein, strahlendblauer wolkenloser Himmel, Hitze, schwimmen, segeln, surfen, Partys am Strand. Genau....falsch. Das wäre so schön, da träum ich auch von!
Für alle, die jetzt nicht hier sein können, nicht traurig sein. Ihr verpasst hier absolut nichts.
Das ich hier in Australien mal den alten deutschen in jedem Juli wiederkehrenden Spruch "der Sommer ist da, der Regen ist wärmer geworden" anwenden kann, das hätte ich mir nicht träumen lassen. Wollte ich doch schon lange im Bikini am Strand rumrennen, doch schon Henry Miller wusste, "Leben ist, was uns zustößt, während wir uns etwas ganz anderes vorgenommen haben".
Die letzen vier Sommer waren allesamt einfach perfekt. Mein Sommer Nummer fünf fängt jetzt aber richtig zickig an. Heute ist Tag Nummer zwei meines Sommers Nummer fünf. Noch immer Dauerregen. Ich kann nur beten, dass heute kein Siebenschläfer ist. Muss gleich los, mit dem knallroten Gummiboot in die Innenstadt!
Hier! Die nasse Wahrheit über den Sommer in Australien sieht so aus:
Schöne Grüße aus Melbourne!
Wednesday, 1 December 2010
Der Vorsitzende des australischen Fußballverbands gegen McKinsey?
Die Unternehmensberatung McKinsey bewertet Australien als Austragungsort der Fußballweltmeisterschaft in 2022 als am wenigsten profitabel. Der Studie zufolge wäre eine Vergabe der WM-Endrunden an die USA in 2022 am lukrativsten für die Finanzen des Weltverbandes FIFA.
Die USA erreichte in allen fünf Kategorien (Sponsoring, Ticketverkauf, Gastfreundlichkeit/Hospitality, Lizenzen und Medienrechte) 100 Prozent. Japan 73 Prozent, Südkorea 71 Prozent und Qatar 70 Prozent. Australien liegt an letzter Stelle mit 68 Prozent.
McKinsey bewertete England für 2018 mit 100 Prozent. Deren Vorstand freut sich und nennt die Studie "die perfekte Grundlage". Der Vorsitzende des australischen Fußballverbands sieht das ganz anders, "die Studie wird keinerlei Auswirkung auf das Ergebnis haben". Da es die AU$ 45,6 Millionen, die bislang in die Kampagne gesteckt wurden, zu rechtfertigen gilt, bleibt ihm nicht besonders viel Spielraum bei seiner Antwort.
"McKinsey wählen doch nicht. Sie sind nicht der entscheidende Faktor. Ich möchte hier keine Stunde in Wirtschaftslehre geben, aber ich kann versichern, wenn 2022 für Australien entschieden wird, wird dies sehr profitabel ausfallen, besonders für die FIFA ... was immer McKinsey auch sagen". Er gibt bekannt, dass Australien eigene Studien durchgeführt hat und die lassen auf andere Ergebnisse schließen. Diese gibt er aber nicht preis, alles sehr mysteriös. "Es gilt zu berücksichtigen, dass Australien das Tor zu Asien ist."
Was will er damit sagen? Er nimmt sich und Australien anscheinend ganz schön wichtig. "Die Leute in Europa sollen sich nicht länger als das Zentrum in der Welt sehen". Einige Leute haben bekanntlich so ihre Schwächen in Geographie. Amerika und Japan liegen doch gar nicht in Europa!
Einmal mehr erlebe ich Australien als besserwisserischen und muskelspielenden Teenager. Arroganz ist so uncool. Die Australier sind einfach die besten. Sie bringen die besten Studien heraus, ihr Land ist am schönsten, ihre Stadien am tollsten, sie wissen einfach alles.
Doch, ich muss sie in Schutz nehmen, ich bin überzeugt, dass ist gar keine Arroganz, die sind wirklich ganz fest davon überzeugt, die tollsten zu sein.
Möge das beste Bewerberland gewinnen...
Schöne Grüße aus Melbourne!
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