Monday, 28 February 2011

Australische Kaufhauskette fordert die Welt heraus!

Das meine sehr verehrten Damen und Herren ist einfach sensationell! Die Kaufhauskette Myer bietet ab jetzt was Tolles an. Heute Morgen haben sie eine Webseite online gestellt, auf der Australier zollfrei einkaufen können. Die Mehrwertsteuer von zehn Prozent, bis zu einem Einkauf von AUD 1.000, fallen für hiesige Verbraucher weg, da der Aufstellungsort der Seite China ist und die Ware von dort hierher gesandt wird. Je Einkauf fallen Versandkosten in Höhe von AUD 10 an.

Die australischen Händler regen sich gerne auf. Über die Anbieter in der Welt, die ihre Ware online viel günstiger anbieten, als man sie hier kaufen kann. Und das schieben sie auf die MwSt zurück. Also ehrlich, auch wenn ich die MwSt nicht entrichte, ist hier einfach vieles über alle Massen überteuert. Online Shopping hat hier in den letzten Jahren erst so richtig an Fahrt aufgenommen, wenn überhaupt. Logo, dass nun auch der eine oder andere feststellt, dass hier alles dreimal oder noch mehr so teuer ist, als sonst wo auf der Welt. Und das obwohl in den meisten Ländern die MwSt bei mehr als 10 Prozent liegt.

Seit Wochen wird nun über diese Möglichkeit des „Myer-bietet-online-shopping-steuerfrei-in-China-an“ gesprochen und, ach, alle waren aufgeregt. „Wenn wir sie nicht schlagen können, dann mischen wir einfach mit". Das nenne ich eine echte Drohung. Jetzt hat Myer es wahr gemacht und diese Wahnsinns-Idee verwirklicht.

Einkaufen? Da lasse ich mich doch nicht zweimal bitten. Ohne mit der Wimper zu zucken, bahne ich mir voller Vorfreude und zielgenau meinen Weg durchs Netz auf die neue Myer Seite.

Milde ausgedrückt, das Angebot ist überschaubar und das Layout der Seite mehr als bescheiden. Ich bin ratlos, oder soll ich doch eher hilflos oder gar verwirrt sagen? Doch, doch, doch, ein kurzer Blick auf den Kalender bestätigt es, ja wir haben 2011 und nicht 1963! 1963, mit Internet versteht sich.




Das Angebot umfasst die Anzahl der nachfolgend genannten Produkte. Frauen, insgesamt 53 Produkte; Herren, insgesamt 39 Produkte; Kinder, insgesamt 4 Produkte; Elektronik, insgesamt 2 Produkte; Haushalt, insgesamt 9 Produkte. Da erwarte ich als Verbraucher doch wirklich etwas mehr, als so eine lieblos hingeklatschte Webseite, mit 100 uninteressanten Produkten.

Wer entwickelt so einen Auftritt? Wessen Ideen spiegeln sich da wieder in dieser Seite? Wer ist die Person, die so eine Webseite letztendlich freigibt und den Grafikdesignern und Programmierern auf die Schulter klopft und „Weltklasse“ verkündet? Die Person wird in ihrem Leben noch nie von Leidenschaft gehört haben, kennt sich dafür aber offensichtlich sehr genau mit Langeweile aus. So was von ‚un-innovativ‘, das ist erschreckend. Das ist die allerheisseste Webseite die Australien vorweisen kann! Weltklasse?

Erneuter kurzer Blick auf den Kalender. Morgen ist doch erst der 1. März und nicht der 1. April. Das wäre doch ein echt fabelhafter Aprilscherz. Doch ich glaub so witzig sind die hier sowieso gar nicht. Man oh man, irgendwie, ach ich weiß auch nicht. Was soll das hier alles? Man wird andauernd öffentlich verhohnepiepelt. Ganz offensichtlich nimmt man die Verbraucher hier einfach nicht ernst. Ansonsten wuerde man sie sicherlich nicht so respektlos behandeln. Myfind!

Schöne Grüße aus Melbourne!

Saturday, 26 February 2011

Australien, am Strand heiraten ...

Heute am Strand, da hatten grad zwei den schönsten Tag in ihrem Leben. 

Zugeguckt haben ihnen ihre nett gekleideten Gäste und ganz viele mit Gummiente, mit Waschbrettbauch, nem Café Latte to go, mit Schlauchboot, mit Cellulite, in Badehose, mit Taucherbrille, mit ner Bratwurst in der Hand, mit Bierbauch, mit ungeputzter Nase, im Bikini oder im kecken Einteiler.





Der schönste Tag im Leben. So sieht für manche also eine romantische Hochzeit am Strand aus!

Ich kann nur hoffen, dass dieser Ort für das glückliche Paar in die Kategorie „unser ganz besonderer Ort“ fällt. 

Ansonsten, na ich weiß nicht ... Da gibt es hier in Australien doch bestimmt 1.000.000 schönere Plätze, an denen man sich trauen kann.

Wer sein Glück versuchen möchte, hier findet man Infos zum Heiraten in Oz.

Schöne Grüße aus Melbourne!

Friday, 25 February 2011

Australische Modedesigner!

Neo Dia, Bento, Usanto, Alabakov und Habbot. Das sind allesamt nicht etwa Namen für Zerstörung bringende Zyklone oder gute Laune bringende Hochdruckgebiete. Doch gute Laune bringen sie trotzdem. Sie alle sind australische Modelabels. Das die Australier gerne beim Modezirkus mitmischen möchten, ist ja nichts Neues. 

Sass und Bide kennt ja wohl irgendwie auch jeder, die Marke gehört mittlerweile sogar der Kaufhauskette Myer.

Hier ein Blick auf die jüngsten Stars am australischen Modehimmel.

Pamela Usanto

Brandheiß. Sie hat sich fest vorgenommen, den Australierinnen mit ihrer Mode alles andere als Streetstyle dafür aber die Haute Couture näher zu bringen. Inspirieren lässt sie sich von französischen Gemälden und der Mode der 50er. Pamela Usanto
 
Pamele Usanto









Neo Dia
 
Die beiden Designer Becky Chau und Gavin Lowe haben ihren Abschluss an einer Modeschule in Melbourne gemacht und Neo Dia gegründet. Ihre ersten Arbeiten haben sie in 2010 auf der Melbourne Fashion Show vorgestellt. Neo Dia


Neo Dia
 

Neo Dia
 





















Habbot Studios
Annie Abbott liebt Schuhe und hat deshalb beschlossen, diese auch zu entwerfen. Die Schuhe werden in Italien gefertigt und sind jeweils nach einem Melbourner Stadtwahrzeichen benannt. Hosier Lane, Degraves Street, Crossley Street. Habbot Studios.

Degraves Street, habbott Studios



Hosier Lane, habbott Studios
Crossley Street, habbot Studios


Alabakov

Die Gründerin der Marke Alabakov ist Stephanie Carello. Sie hat ihren Abschluss ebenfalls an einer Melbourner Modeschule gemacht. Ideen für ihre Kreationen entwickelt Sie anhand Musik und Kunst und beim Reisen. Alabakov

Alabakov




Alabakov

Bento

Samantha Hardman steht hinter dem Label Bento, kein einziges Stück ihrer Kollektion ist weiter als 10 Kilometer von Melbourne entfernt gefertigt.  Bento

Bento

Bento
Es gibt hier wie immer viel zu erleben und sehen in Australien. Auch beim Einkaufen ...

Schöne Grüße aus Melbourne!

Thursday, 24 February 2011

Der Tasmanische Teufel braucht Hilfe!

IUCN - David Hewett
Die meisten Australienreisenden möchten ja auch gerne die Tierwelt Australiens erleben. Ein  Zusammentreffen mit einem Koala, Wombat, jedem Schnabeltier und Känguru und Co lassen den Urlaub oder auch einen noch so kurzen Wochenendetrip zu einem perfekten Erlebnis werden. Besonders glücklich können sich diejenigen schätzen, die schon einmal einen Tasmanischen Teufel getroffen haben ...

Der Tasmanische Teufel, oder auch der Sarcophilus harrisii braucht Hilfe.

Im Mai 2009 stufte die australische Regierung den tasmanischen Teufel, nach nationalem Umweltrecht als gefährdet ein. Der tasmanische Teufel ist auch auf der Roten Liste der internationalen Vereinigung für die Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen (IUCN) als stark gefährdet aufgeführt. Wie schon groß und breit berichtet, braucht der Tasmanische Teufel alle Unterstützung, die er kriegen kann.

Was kann man denn da so machen? Man kann spenden, eine Fundraising Veranstaltung organisieren, ein Partner der Organisation Save the Tasmanian Devil werden oder im Rahmen eines Studiums an einem Forschungsprojekt der University of Tasmania teilnehmen.

Ich helfe den Teufeln jetzt auch ein ganz klein wenig. Wenn ich diese Werbung auf meinem Blog zeige, spendet die Firma 1 AUD, nicht viel, doch „Der Tropfen auf einem heißen Stein kann der Anfang eines Regens sein.“ Und süß ist die Werbung auch noch!



Hat schon mal jemand einen Tasmanischen Teufel gesehen? Und wo genau war das?

Schöne Grüße aus Melbourne! 

Wednesday, 23 February 2011

Australische Marine. Matrosen kriegen mehr Geld für Sex mit einer Lesbe!


Eine Seefahrt die ist lustig. Bei der australischen Marine sind ungefähr 14.000 Personen beschäftigt. Und nicht nur das, auf manchen Schiffen passieren die aufregendsten Dinge. Ein Kommandant der Marine verdient im Jahr um die AUD 120.000, Rangniedrigere also weniger. Die haben sich deshalb auch was einfallen lassen, wie sie sich ein kleines Taschengeld verdienen können.

Die pfiffigen und geschäftstüchtigen Matrosen führen da wohl so ein Kontobuch in dem werden Ergebnisse von Sexwetten eingetragen. Schließlich will man ja nichts unterschlagen. Sehr ehrenhaft. Jedem weiblichen Crewmitglied wird eine Summe zugeordnet. Ist die Person Offizierin oder eine Lesbe, wird ihr eine höhere Summe zugeordnet.

Das erst mal geregelt, können die Soldaten auch noch was mehr rausholen, wenn sie sich mit der Dame, an für die Soldaten, außergewöhnlichen Orten an Bord treffen. Maschinenraum, Kombüse, Laderaum, Aufenthaltsraum ...

Alles hätte so toll weitergehen können. Doch wie es immer so ist, ist irgendwann alles rausgekommen. Dabei wurde auch entdeckt, dass die Soldaten auch gerne besoffen waren und Sex in der Öffentlichkeit hatten. Ach, und ab und an haben sie auch schon mal eine Bar zerdeppert, irgendwo in einem Hafen. Die Australier ansonsten ja locker und relaxt. Doch auch hier gibt es Grenzen. Bei der Marine, da muss Zucht und Ordnung herrschen und die Soldaten müssen den nötigen Respekt mitbringen. Der Fall „Kontobuch“ wurde genauestens untersucht. Ein Urteil wurde gesprochen und das „Krebsgeschwür“ entfernt. Für das Manöver „Kontobuch“ gilt ab jetzt nur noch der ganz große Zapfenstreich.

Weiß jetzt nicht, wie genau das da gemacht wird bei der Marine. Aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es einem Seemann besonders viel einbringt, wenn er sich mit einer lesbischen Offizierin auf der Brücke vergnügt. Schiff Ahoi und viel Spaß.

Schöne Grüße aus Melbourne!

Tuesday, 22 February 2011

Australien und die Buchhändler. Die Verbraucher schlagen zurück!

Einige erinnern sich vielleicht noch an „Das ist meine Schulklasse“. So manch einer wird sich dort mit, mein Hobby ist Lesen, verewigt haben. Für wieder andere unvollstellbar, da in deren Augen unaufregend. Doch ich zähle es ganz klar zu meinen Lieblingsfreizeitbeschäftigungen. Eine Bekannte erzählte mir neulich sie sei ganz verwirrt. Ungläubig berichtete sie mir von ihrem ziemlich „sonderbaren“ Chef, der an Wochenenden gerne Buchläden besucht, um dort herumzustöbern, einfach so. „Verrückt, was?“ Das warf bei mir umgehend die Frage nach dem wer auf ...

Lesen, dass ist so eine Sache in Oz. Lesen, das ist doch eigentlich so eine Art Grundbedürfnis. Nicht? Finde schon! Es lässt sich doch leicht in der Maslowschen Bedürfnispyramide einordnen. Sind Bücher und ist das Lesen in Australien so massenkompatibel, populär und etabliert wie in Deutschland? Ich bin hin und hergerissen und kann mir die Frage selber nicht hundertprozentig beantworten. Schon in den unterschiedlichsten Wohnungen und Häusern war ich hier. Auf der Suche nach einer schönen Bleibe habe ich unendlich viele Objekte angesehen und inspiziert. Bei allen fiel mir eines jedes Mal sofort auf, vielleicht auch, weil es mir wichtig ist. Die Leute haben keine Bücher, oder sind die etwa im Garten versteckt? Gut, ich wohne ja jetzt erst seit fünf Jahren hier in Oz und habe noch nicht in jeden einzelnen Haushalt reingeguckt.

Bücher sind hier viel teurer als anderswo.

In einem Interview mit einem Buchhändler habe ich letztens gelesen, dass Preissenkungen seiner Meinung nach nur Unruhe in den australischen Buchmarkt brächten und das würde zu Verwirrungen unter den Verbrauchern führen. Genial, wie er seine Gier hinter dem Vorwand versteckt niemanden erschrecken zu wollen, was für ein lieber Typ. Da steckt er sich das zu viel verlangte Geld doch lieber selber ein.

Hier mal ein paar Beispiele für Buchpreise in Australien. Ich gehe davon aus, dass wenn man hier aufgewachsen ist, es einem gar nicht so auffällt, dass die Buchpreise hier so hoch sind. Mir hat sogar mal jemand erzählt die Buchpreise müssen hier so hoch sein, damit der Absatz aller Händler garantiert ist. Aha, Aussagen von Freizeit-Ökonomen, denen lausche ich doch immer wieder gerne. 


 


Noch rasch eine kleine Tabelle, die einen Überblick über die aktuellen Preise verschaffen soll. Dabei vergleiche ich Preise von Amazon Deutschland mit den Preisen von Borders Australien.

Buchtitel
Amazon

Borders
Lonely Planet Australien, English.
EUR 15,95

(* 21,67 AUD)
AUD 45,95

(* EUR 33,92)
Lonely Planet Germany, English.
EUR 15,95

(* 21,67 AUD)
AUD 36,95

(* EUR 27.28)
Der Alchemist / The Alchemist. Paulo Coelho
EUR 8,90

(* 12,06 AUD)
AUD 22,95

(* EUR 16.94)
Blaue Schuhe für eine Kobra: Ein Mma-Ramotswe-Roman / Blue Shoes and Happiness. Alexander McCall Smith.
EUR 7,95

(* AUD 10,77)

AUD 19,95

(* EUR 14.73)
Nach dem Beben / After The Quake. Haruki Kurakami.
EUR 7,50

(* AUD 10,16)

AUD 17,95

(* EUR 13,24)
Der Schatten des Windes / Shadow Of The Wind. Carlos Ruiz Zafón

EUR 9,90

(* AUD 13,42)
AUD 24,95

(* EUR 18,40)
* zum heutigen Umrechnungskurs

Jetzt haben die in Australien generell zu hohen Buchpreise doch endlich dazu geführt, dass Buchläden Pleite gegangen sind. Bei den hiesigen Buchpreisen werde ich nicht die Einzige gewesen sein, die sich ihre Bücher woanders beschafft. Man kann sich diese aus dem Urlaub mitbringen, von der Familie schicken lassen oder Ähnliches ...

Nun sind die Buchhändler also auf ihren völlig überteuerten Büchern sitzen geblieben, die Nachfrage blieb ganz einfach aus. Der schon lange fällige Widerstand der Verbraucher kann nun endlich als gelungen betrachtet werden.

Die Buchhändler besitzen aber jetzt auch noch die Frechheit dem Onlinehandel (im Ausland) die Schuld zu geben. Denn wir frechen Verbraucher haben uns die Bücher einfach außerhalb Australiens gekauft. Dass sie sich aber mit ihrer Strategie der überteuerten Preise selber die Kundschaft vergraulen, möchten sie sich nicht eingestehen. Fröhlich wird den Verbrauchern noch erzählt die Preise seien im Vergleich zu Preisen in Übersee in Australien billiger. Kompletter Unsinn! Bis sich hier mal einer einen Fehler eingesteht, lieber verkaufen die noch ihre Großmutter.

Hoffentlich wacht der Rest der „Buchverkäufer Bande“ auch bald mal auf, sodass ich mir hier mit Freuden Bücher kaufen kann. Im Moment ist das aber noch ein Traum. Da hätte ich doch wirklich nie mit gerechnet, dass ich mir irgendwann und irgendwo mal kein Buch mehr kaufen möchte. Ja, man verändert sich, wenn man "auswandert". Australien hat es möglich gemacht.

Hier habe ich einen blog gefunden, da kann man sich ansehen, wo Bücher wohnen.

Schöne Grüße aus Melbourne!

Friday, 18 February 2011

Heute vor einem Jahr ...

Pünktlich zum Wochenende wurde Melbourne heute mit einem Gewitter bedacht.

Früher war alles viel besser. Auch das Wetter. Wie so oft kommt es mir zugute, dass ich mich einfach an alles erinnern kann. Viele Frauen können das bekanntlich ganz gut. Egal was es ist, jede noch so kleine Nichtigkeit wird von mir gespeichert und ich kann diese jederzeit bequem abrufen.

Das Wetter am heutigen Abend lässt absolut zu wünschen übrig. Es ist warm, doch grau und trist und regnerisch. Jetzt habe ich doch gerade, während ich dem Zirpen der Zikaden lausche an den letzten Sommer gedacht und ganz besonders an einen besonders herrlichen Abend. Und der war genau heute vor einem Jahr. Der Freitag heute vor einem Jahr war einfach nur heiß, über 30 Grad Celsius bis spät abends und ein Sonnenuntergang in Pink und Rot. 

Hier der Beweis!

Früher, 2010




Heute, 2011

















 
... Ich brauchte im letzten Jahr keine große Reise, ich wurde braun in St Kilda und Brighton. An den Strand ging ich schon im September. Ich saß bis in die Nacht am Strand. Wann wird's mal wieder richtig Sommer - ein Sommer, wie er im letzten Jahr noch war? Ja mit Sonnenschein von September bis Mai und nicht so nass und so sibirisch wie in diesem Jahr. Und was wir da für Hitzewellen hatten, Pulloverfabrikanten gingen ein. Da gab es bis zu 40 Grad im Schatten. Wir mussten mit dem Wasser sparsam sein. Die Sonne knallte ins Gesicht da brauchte man die Sauna nicht. Ein Schaf war damals froh, wenn man es schor. Es war hier wie in Australien. Doch heut, heut summen alle Mücken laut im Chor. Wann wird's mal wieder richtig Sommer - ein Sommer, wie er früher einmal war? Ja mit Sonnenschein von September bis Mai und nicht so nass und so sibirisch wie im letzten Jahr.

Ist doch echt irre, dass ich auf so eine schöne Vergangenheit zurückblicken kann. 

Der Rudi Carrell, der weiß, wovon ich spreche!


Schöne Grüße aus Melbourne!

Thursday, 17 February 2011

Wer hat den australischen Sommer gefilmt?

In diesem Jahr muss ich mich traurigerweise ja schon fragen, wer hat den australischen Sommer gesehen? Schuld daran ist ganz allein ein Geschwisterpaar. Dank La Niña, die Schwester von El Niño, hat der Sommer sich nicht besonders oft hier sehen lassen ... gut nicht jammern, die Sonne ist ab und an ja schon noch hier bei mir in Australien unterwegs! El Niño ist ja auch nicht gerade ein tolles Phänomen, er war verantwortlich für die Dürreperiode, die Australien gerade hinter sich hat. Da ich keine Farm besitze, rief er in mir jedoch immer dieses Endless Summer Gefühl hervor! Jetzt ist er ja erst mal weg der El Niño.

Nun aber zu, wer hat den australischen Sommer gefilmt und Map my summer! Wie sieht eigentlich so ein australischer Sommer aus? Kann da nicht mal irgendwer einen Film drüber machen? Screen Australia hat sich etwas Fantastisches einfallen lassen.

Was ist denn „Screen Australia“

Screen Australia ist das Finanzierungsgremium der australischen Bundesregierung. Deren Funktion ist es, die Entwicklung der australischen Filmindustrie zu stützen und zu fördern.

Jetzt hat also dieses Finanzierungsgremium sich was Großartiges einfallen lassen, um der Welt mal zu zeigen, wie doll das hier alles ist bei uns in Oz.

Grabkammer oder Schatzkammer?

Das hat jetzt nichts mit Indiana Jones zu tun. Übrigens habe ich in der Grabkammer des Archivs des Finanzierungsgremiums, ach Entschuldigung, in der Schatzkammer, auch noch was gefunden!  WARNUNG! Der Film ist zwar jugendfrei, doch man muss Australien schon sehr lieb haben, um sich den jetzt in voller epischer Länge ansehen zu können. Aber ein paar Minuten kann man ja mal reinstöbern ...

Drei australische Filmemacher, Ariel Kleiman, Luke Doolan & Amy Gebhardt wurden von Screen Australia eingeladen, einen Kurzfilm über den australischen Sommer zu erstellen. Das Beste ist, alle können dabei mitmachen. Jeder der hier in Australien ein Sommer-Video gedreht hat oder noch rasch eins schießen wird, kann es bis zum 31. März 2011 einsenden.

George Miller wird dann einen der drei Filmemacher aussuchen und sie bei der Entstehung des Films, basierend auf den eingesandten You Tube Clips, unterstützen. Der Film soll beim Sydney Film Festival im Juni zum ersten Mal ausgestrahlt werden.

Wer ist denn „George Miller“

George Miller ist ein australischer Filmemacher aus Brisbane Queensland.

Er ist unter anderem der Drehbuchautor der von uns allen geliebten „Ein Schweinchen namens Babe“ Filme, der Regisseur, Drehbuchautor und Produzent von „Mad Max“ und der Regisseur, Drehbuchautor und Produzent von Happy Feet.  

Happy Feet 2 ist schon in der Mache und soll Ende des Jahres 2011 in Amiland anlaufen.
 


Map my summer!

Wer hat den australischen Sommer gefilmt und möchte jetzt gerne mitmachen... Alles ganz einfach! Video vom Sommer 2011 schießen (Sommer 2011 ist hier ja schon in vollem Gange), sich beim Projekt Map my summer  registrieren und ganz schnell eigenen Sommer Clip hochladen!

Auf der Seite kann man sich auch die bereits eingesandten Videos ansehen. Ein Typ lässt sch auf seinem Boogieboard stehend von seinem Kumpel der im Allradwagen sitzt durch die Brandung ziehen und ähnliche coole Clips! 

Wer damit noch nicht genug hat, der kann hier noch ansehen welche australischen Filme auf der Berlinale 2011 laufen! Australien in Berlin.

Viel Spaß, ich hoffe Eure Australiensucht konnte für heute befriedigt werden!

Und da der Sommer überall auf der Welt schön ist, in Afrika, in Australien, in Amiland .... Endless Summer!


Schöne Grüße aus Melbourne!

Wednesday, 16 February 2011

Australien. Asbestverseuchung hält Anwohner von Aufräumarbeiten ab

Wirbelsturm Yasi traf vor 14 Tagen auf die Küste im Norden Queenslands. Viele Tausend abgelegene Haushalte sind noch immer ohne Stromversorgung. Doch einige Orte befinden sich bereits auch wieder auf dem Weg zurück zur Normalität. Nicht so zwei kleine Küstendörfer. In Tully Heads und Hull Heads sieht noch alles so aus wie am Tag nach dem Zyklon Yasi. Seit zwei Wochen stehen die Anwohner inmitten von verrotteten Lebensmitteln, durchweichten Möbeln und Problemen mit der Kanalisation.

Aufräumarbeiten hatten auch dort langsam begonnen, doch wurden sie aufgrund Asbestverseuchung eingestellt. Viele der zerstörten Häuser wurden mithilfe asbesthaltiger Baustoffe errichtet.

Um bei den Aufräumarbeiten das Leben von freiwilligen Helfern, Soldaten und Feuerwehrleuten nicht zu gefährden, hat die Verwaltung der Region nun einen Asbestexperten hinzugezogen, der die verseuchten und überall verstreut herumliegenden Baustoffe fachgerecht entsorgen soll.

Hätte es sich denn da nicht mal angeboten die Gebäude zu sanieren, um der Asbestverseuchung vorzubeugen? Es ist doch bekannt, dass in der Region von November bis April Zyklongefahr besteht und dabei Häuser beschädigt werden können! Bereits geringe Konzentrationen von Asbeststaub in der Luft können die Entstehung von Krebserkrankungen der Lunge fördern.

Die Anwohner der beiden Küstendörfer sind mehr als verärgert über ihre derzeitige Situation. Sie sehen die Asbestverseuchung als das kleinere Übel und überquellende Müllberge und Kanalisation als das größere Gesundheitsrisiko an. Man muss wohl in solch einer Situation stecken, um das nachvollziehen zu können. Beide Szenarien sind unvorstellbar und eine Zumutung.

Asbest ist in Deutschland seit 1993, in ganz Europa seit 2005 und in Australien seit Dezember 2003 verboten. Eine private Asbestsanierung ist nicht möglich!

Schöne Grüße aus Melbourne!

Tuesday, 15 February 2011

Der Pazifik, die Liebe und die Vorhängeschlösser

“Die Liebe ist eine unheilbare Krankheit. Aber wer von ihr befallen ist verlangt nicht nach Genesung, und wer daran leidet, will nicht gesunden”, Ali Ibn Hazm Al Andaluzi.

Gestern war Valentinstag. Manch ein “Liebes-Kranker” zeigt seine Liebe gerne an diesem einen Tag. Ist irgendwie, hm weiß auch nicht … doof? Doch immer noch besser als das nie zu tun ist es allemal. Viele andere bekunden ihre Liebe gerne an jedem Tag des Jahres. Und wieder andere scheuen sogar noch nicht einmal davor zurück, der ganzen Welt lautstark zu zeigen, wie “krank” sie sind. Und manche, die lieben, oh Schreck, gar nicht. Nicht gut!

Ein Ehemann aus NSW in Australien lässt sich wohl ganz spielend der Gruppe drei zuordnen.

Glücklicherweise hatte er eine geniale Idee, wie er seiner Frau und der ganzen Welt zeigen kann, wie sehr er sie nach vierzig Jahren Ehe liebt und wie “krank” er ist, um es weiterhin in Ali Ibn Hazm Al Andaluzi Worten zu sagen. Inspirieren ließ der Gute sich auf einer Italienreise. An einem Brückengeländer entdeckten er und seine Frau lauter Vorhängeschlösser mit Inschriften von Liebenden. “Carlo liebt Andrea. Für immer!” Wie romantisch! Das ist Italien!

Wer richtig liebt, der scheut bekanntlich keine Mühen. Um den vierzigsten Hochzeitstag gebührend zu feiern, brachte der Jubilar deshalb selbst ein Vorhängeschloss mit Gravur an einem Brückengeländer an. Den Schlüssel dazu hat er in den unendlich weiten Ozean geschmissen. Mit dieser Geste hat er eine für seinen Heimatort neue Tradition eingeführt. Mittlerweile zieren unzählige Vorhängeschlösser das Brückengeländer.

Fremdenverkehrsamt NSW
Welche Brücke, welches Meer? Will auch!

In NSW wurde im Sommer 2005 die Sea Cliff Bridge eröffnet. Ungefähr 40 Meter über dem Pazifik spannt sich die 450 Meter lange Brücke und verbindet die Orte Coalcliff und Clifton. Ich dachte, die guck ich mir doch mal an. Früh morgens machte ich mich in Sydney auf den Weg. Mit Creed “Higher” versüßte ich mir die ohnehin perfekte Strecke entlang des Grand Pacific Drive. Berauscht von einer Autofahrt durch Regenwald, entlang des Pazifik und einer Cappuccino Pause, kam ich bei der besagten Brücke an. Bleibt absolut nicht viel zu sagen, die Brücke enttäuscht nicht, sie ist ein echter “Hingucker”.

Spontan kamen mir unzählige Aktivitäten in den Sinn. Man wird ja automatisch so, wenn man in einem bei Touristen beliebten Land wohnt. Nach und nach entwickelte ich diese Angewohnheit, andauernd die herrlichsten “Best of Australien Listen” aufzustellen. Der Sea Cliff Bridge räume ich definitiv einen festen Platz auf Listen wie den nachfolgend genannten ein.
      
Fremdenverkehrsamt NSW

Bester Ort:
für einen Heiratsantrag
für einen Kuss
um von der Zukunft zu träumen
Aussichtspunkt am Pazifik
für einen Spaziergang in 40 Meter Höhe
 für eine Radtour in 40 Meter Höhe
Autofahrt entlang des Pazifik
um einen Werbespot zu drehen

Und nicht zu vergessen:
Bester Ort, um ein Vorhängeschloss anzubringen …

Auch wenn man gerade nicht “krank” ist und dementsprechend kein Vorhängeschloss am Brückengeländer anbringen möchte, sollte man unbedingt vom Radweg, Fußweg und/oder der Autostraße einen atemberaubenden Blick auf den Pazifik riskieren. 

Und wer weiß, ob die eine oder der andere da nicht vielleicht sogar neben einer Wahnsinnsaussicht auch noch die Liebe des Lebens finden wird .... 


Man kann später dann noch mal gemeinsam zurückkommen, um ein Vorhängeschloss anzubringen. Die Sea Cliff Bridge ist ein wahrlich romantischer und aufregender Ort.

Hier kann man die Brücke von 0:40 – 0:48 bestaunen.


Schöne Grüße aus Melbourne!

Monday, 14 February 2011

Opium Anbau in Tasmanien!

Stille Wasser sind tief. Tasmanien, wer hätte das gedacht?

Sonst haben die es hier in Australien ja bekanntlich nicht so mit der Einfuhr von ausländischen Pflanzen. Doch bei dieser einen, da haben die Zollbeamten wohl alle Augen zugedrückt, als die mal jemand mitgebracht hat. Schlafmohn kommt ursprünglich aus der Türkei! Man kann allerdings aber wirklich mal eine Ausnahme machen, wenn sich doch so viel Geld damit verdienen lässt.

Tasmanien, die Insel in Herzform, ist weltgrößter Produzent der Opiumalkaloide für den pharmazeutischen Markt. Die Schlafmohn Industrie Tasmaniens produziert ungefähr 50% der Weltnachfrage. Türkei, Frankreich und Spanien produzieren den Rest.

Die Mohnblumenindustrie ist ein Hauptpfeiler von Tasmaniens Wirtschaft. 20.000 Hektar Land sind bepflanzt und je Hektar lassen sich 2,5 Tonnen Mohnblumenköpfe ernten. Natürlich ist nicht ganz Australien wirtschaftlich davon abhängig, dass auf Tassi Mohn angepflanzt wird. 

  

Die meisten von Tasmaniens-Exporten werden nach Port Fairy in Victoria geschippert und dort werden sie zu Morphin, Codein und Thebaine verarbeitet.

Chemiker werden in den Firmen in Westbury und Latrobe auf Tasmanien wohl immer gesucht.

Opiumanbau, in Tasmanien ist das alles ganz legal.

Schöne Grüße aus Melbourne!