Wednesday, 31 August 2011

Australien. Geschafft!

Letzter Winter-Tag 2011. Geschafft, vorbei ist er in ein paar Stunden, der Winter. Meine Winterpullover langweilen sich im Regal, ohne dass ich sie in den letzten Monaten auch nur einmal getragen habe. Mein kuscheliger Woll-Wintermantel hätte ebenfalls gleich auf dem Dachboden bleiben können. Bei einem verkrampften Versuch habe ich ihn einmal angehabt, doch das war viel zu warm. Der Winter, der eigentlich kein Winter war, ist vorbei. Seit Jahren hatten wir nicht so einen milden Winter, wie in diesem Jahr.

Ostern oder Weihnachten?

Und, pünktlich wie die Maurer, hat doch mein Apfelbaum im Garten seit heute drei Knospen! Ich freue mich auf morgen, denn Frühling, das ist doch auch immer ein Neuanfang.

Ich kann mich immer noch nicht daran gewöhnen, dass wir jetzt nicht bald Ostern haben, immer wieder muss ich innehalten, um zu überlegen. Hilfreich ist es da, dass man jetzt schon überall darauf aufmerksam gemacht wird, dass wir bald Weihnachten haben werden. Die Schokoweihnachtsmänner sind zumindest bis zum heutigen Tag aber noch nicht in den Supermarktregalen eingetroffen.

Das Wetter am 31.08.2011?

Sydney 17 Grad
Canberra 16 Grad
Melbourne 16 Grad
Hobart 13 Grad
Adelaide 21 Grad
Perth 21 Grad
Alice Springs 28 Grad
Darwin 31 Grad
Cairns 25 Grad
Brisbane 23 Grad

Welches ist Eure Lieblingsjahreszeit? Gibt es bei Euch schon Schokoweihnachtsmänner?

Schöne Grüße aus Melbourne!


Tuesday, 30 August 2011

Australien! Melbourne Day 2011!

Heute feiert meine Heimatstadt Melbourne ihren 176. Geburtstag. Das die ersten Siedler in 1835 hier an Bord der Enterprize am Nordufer des Yarra eingetroffen sind, schräg gegenüber von der Stelle, die wir heute Southbank nennen, werde ich heute als “echte“ Melburnian am Nachmittag bei einem Stück Torte feiern.

Keine Kosten und Mühen gespart

Heute vor einem Jahr war ich als Präsidentin des Deutschen Kulturvereins bei der großen Feier auf dem City Square in der Innenstadt beim 175. Geburtstag Melbournes dabei. Das alleine war schon amüsant genug, doch das meine schwedische Freundin als Präsidentin des Schwedischen Kulturvereins unterwegs war, liess uns erst zum perfekten Paar werden. Kosten und Mühen sparen, das ist nicht unsere Art.

 
Alles Gute dann!

Bleibt nur zu hoffen ich verschlucke mich beim Genießen der Torte nicht, wenn ich zu sehr darüber nachdenke, was die Siedler mit den Ureinwohnern angestellt haben. Aber die Australier sind ja immer so positiv, das liegt doch in der Vergangenheit, wir sollten jetzt nach vorne blicken. Werd ich mich mitreißen lassen?


Wie alt oder jung ist Eure Heimatstadt? Bin schon gespannt!

Schöne Grüße aus Melbourne!


Australien. Winter-Wetter am 30. August 2011

Noch zwei Tage, dann ist er vorbei der Winter. Und er war so gut in diesem Jahr, ich könnte beinahe traurig darüber sein.

Sydney 18 Grad
Canberra 15 Grad
Melbourne 16 Grad
Hobart 14 Grad
Adelaide 17 Grad
Perth 21 Grad
Alice Springs 27 Grad
Darwin 32 Grad
Cairns 27 Grad
Brisbane 24 Grad

Schöne Grüße aus Melbourne!


Monday, 29 August 2011

Australien. Bloomfield Track nach Cooktown!

Was dann geschah? Nach der Landung mit dem Hubschrauber in Cairns fahre ich nach einem schnellen Cappuccino, noch kurz nach Port Douglas. Der Ort ist so ehrlich, ein typischer Urlaubsort eben, das mag ich so an Port Douglas. 

Es gibt Cafés, Restaurants, Boutiquen, in denen man sich einen Sarong kaufen kann, mit dem man daheim total daneben ausschaut und einen endlos langen und größtenteils einsamen Strand, an dem Kokosnusspalmen wehen. Und dann gibt es da noch diese kitschig perfekte kleine Kirche St Mary's By The Sea, muss man mal besucht haben. Port Douglas, für Fans von postkartenidyllischen Urlaubsorten wäre es schlicht und ergreifend einfach ein Verbrechen da nicht vorbeizuschauen.

  
Auf ewig im Regenwald verloren?

Von Port Douglas mache ich einen Tagestrip nach Cooktown, Spaziergang am Cape Tribulation und weiter den Bloomfield Track entlang. Hat man viel Zeit, kann man sich für die Strecke viel Zeit nehmen. Ich habe mal wieder wenig Zeit ... Das soll nicht heißen, dass es deshalb weniger wunderbar ist. Der zeitlichen Restriktion zum Trotz, oder vielleicht ausgerechnet gerade deshalb, genieße ich meine Umwelt aus vollem Herzen. Unter Druck lässt es sich ja auch viel effizienter reisen. Das muss an der Hitze liegen!

Ausflugswetter, los geht es. Nach kurzer Fahrt über aufregend klingende Straßen wie Point Cook Highway, Mossman-Daintree und Cape Tribulation Road fahre ich meinen Wagen auf die Fähre, die mich über den Daintree River bringt. Krokodile sollen hier auch leben, ich sehe heute keines. Bis Cape Tribulation fährt man über eine geteerte Straße. Immer wieder bieten sich mir Aussichten auf den Regenwald, den Fluss und die Küste. Wenn ich da jetzt verloren gehen würde im Wald, würde ich es wohl auch auf ewig bleiben.

Die Kuku Yalanji am Trübsal Kap

Hier treffen sich der Regenwald und das Korallenmeer und so sieht es hier auch aus. Kapitän Cook, dessen Schiff hier 1770 auf Grund lief, hat diesen Ort daraufhin das Trübsal Kap getauft. Mich wundert, warum dieser Ort nicht von den Ureinwohnern benannt ist, die waren doch schon lange vor Cook hier, wie beispielsweise die Kuku Yalanji in der kleinen Ortschaft Wujal Wujal. Die Australier werden hoffentlich einen guten Grund dafür haben.

Erst seit Anfang der achtziger nahm der Tourismus hier richtig Fahrt auf. Kaum vorstellbar, auch heute treffe ich hier kaum Menschen am Strand.

Unberechenbare Kühe?

Über den Bloomfield Track hört man ja viel, wenn der Tag lang ist, könnte ich schon fast sagen. Es bietet sich an, vor dem Befahren Einheimische zu fragen, etwa wenn es stark regnet und er deshalb eventuell unpassierbar sein könnte. Das ist heute nicht der Fall, es hat nur ein ganz klein wenig geregnet. Befolgt man dann noch die Gängigen Off-Road Regeln, Reifendruck anpassen, nicht krampfhaft am Lenkrad festhalten, bevor man in einen Fluss reinbrettert, diesen zuerst durchlaufen, ist der Wasserstand zu hoch, lieber nichts riskieren, mit Umsicht fahren, genügend Abstand zum Vordermann (warum sagt man eigentlich nicht zur Vorderfrau) einhalten, dann sollte eigentlich jeder unversehrt in Cooktown ankommen. Die Strecke ist leicht zurückzulegen, das einzige gefährliche sind die Kühe, die frei überall grasen und jederzeit auf die Straße trotten können. Und ganz ehrlich, wer möchte denn schon eine Kuh anfahren? Unberechenbar!

Wo bekommt man denn noch einen Leuchtturm für 100 AUD?


Vorbei am Schwarzen Berg, aus riesigen Magmafelsen geformt und hinweg über den Endeavour River gelange ich nach Cooktown. In Cooktown gibt es den Grassy Hill, von hier aus hat Kapitän Cook in 1770 die Bedingungen einzuschätzen versucht, heute steht auf dem Hügel ein Leuchtturm, den die Einwohner in 1988 für AUD 100 von der Regierung gekauft haben, um diesen zu erhalten. Sonst ist nicht so viel los. Vom Glück verfolgt, finde ich noch eine offene Pommesbude, hier kann ich mir sogar einen Cappuccino kaufen. Australien, immer für eine Überraschung gut.


Schöne Grüße aus Melbourne!


Sunday, 28 August 2011

Australien. Das war der letzte Sonntag im Winter 2011!

Sydney 21 Grad
Canberra 17 Grad
Melbourne 19 Grad
Hobart 17 Grad
Adelaide 20 Grad
Perth 22 Grad
Alice Springs 25 Grad
Darwin 31 Grad
Cairns 27 Grad
Brisbane 23 Grad

Das war der letzte Sonntag im Winter 2011!

Schöne Grüße aus Melbourne!


Saturday, 27 August 2011

Australien. Kurz-Trip zum Great Berrier Reef!

Das das öffentliche Verkehrsnetz Australiens noch absolut ausbaufähig ist, um es mal diplomatisch auszudrücken, ist ja kein Geheimnis. Erst neulich erzählte mir mein Friseur er ist mal zu Freunden nach Rye gefahren, von St Kilda in Melbourne sind es 92 km bis in die beliebte Urlaubsgegend. Um dorthin zu gelangen, musste er zunächst den Zug benutzen, dann in den Bus umsteigen und zu guter Letzt noch eine Strecke mit dem Taxi fahren. Ohne Worte.

Aber das wird sicher irgendwann auch noch werden. Da man also wirklich schneller mal eben von Melbourne zum Great Barrier Reef geflogen ist, als mit Bus oder Bahn zu Stränden auf der Mornington Peninsula oder an der Great Ocean Road, habe ich die Gelegenheit mal genutzt. Freitagabend 21.25 Uhr Flug Melbourne nach Cairns. Bei der Ankunft in Cairns ist es schon tiefe Nacht. Morgen ist auch noch ein Tag und was für einer!

Kotztüten erfreuen sich großer Beliebtheit

Um 6 Uhr stehe ich auf und könnte besserer Laune gar nicht sein. Schon bald darauf geht es los zum Fährableger in Cairns. Es gibt mehrere Möglichkeiten raus zu fahren, mit eher kleinen Katamaranen oder aber mit riesigen Fähren, die zu den im Outer Reef schwimmenden Plattformen hinausfahren. Heute schwimme ich mal mit dem Strom und entschließe ich mich für Variante zwei, denn ansonsten würde mein Plan nicht hinhauen. Zu dem kommen wir gleich. Die Fähre bringt mich raus ans Reef. Die See ist relativ ruhig, doch um mich herum amüsieren sich fast alle mit ihren Kotztüten. Kotztüten sind ja absolutes Kultobjekt für viele Reisende. Die sammeln diese sogar leidenschaftlich, unbenutzt natürlich, doch trotzdem so etwas kann man wohl nur als Sammler nachvollziehen.

Meine Mitreisenden werden ihre Kotztüte wohl nicht als Souvenir mitnehmen können. Die tun mir leid, wollten sie doch auch sicher alle einen schönen Tag verbringen. Jetzt kotzen sie hier alle rum, können die milde Luft und das tiefblaue Meer nicht genießen und gleich beim Schnorcheln nehmen sie alle ein Mundstück in den Mund und morgen nehmen das wieder andere in den Mund, die aber vielleicht vorher auch schon gekotzt haben, gereinigt werden diese aber ja wohl werden. Besser nicht dran denken und dafür lieber die Aussicht genießen. Um mich herum das Paradies! Klingt abgedroschen, doch warum nach einem anderen Wort suchen, für etwas das sich einfach nicht besser beschreiben lässt?

Schnorcheln mit Nemo und seinen Freunden!

Das Schnorcheln ist so genial, schnell habe ich das Gekotze der Mitreisenden vergessen ... und auch, wer mein Mundstück gestern im Mund hatte. Nicht lecker! Ich treffe so viele Anemonenfische, die in giftig nesselnden Fangarmen von Seeanemonen leben. Die „Nemos“ füttern ihre Anemone mit übrig gebliebener Nahrung, so wächst diese und ihr Zuhause ist weiterhin gesichert. Ich sehe unzählige gestreifte oder aber auch knallbunte Fische und Korallen und weiß gar nicht, wo ich zuerst hinschwimmen soll. Schnorcheln am Great Barrier Reef ist eine echte Wonne. Ich kann mich nur schwer trennen, doch ich mache meiner Gattung alle Ehre und nach ungefähr zwei Stunden fange ich an zu frieren. Zitternd schwimmen ist auch kein Spaß.

Es gibt auch Urlauber, die haben Angst vor Wasser, ja gibt es alles, und die bleiben deshalb auf der Plattform, doch für die ist auch gesorgt, denn sie wollen ja auch die Fische und Korallen sehen. Es gibt diese Art U-Boot, das gucke ich mir auch noch an, noch mehr Fische sehe ich und sogar eine Schildkröte!

Und dann gibt es da sogar Urlauber, die haben leider auch Angst vor diesen U-Booten, doch für die ist selbstverständlich auch gesorgt, denn sie wollen ja auch die Fische und Korallen sehen. Das können sie in einer Unterwasser Besichtigungsstation, dem Fischkino oder ganz genau genommen fühlt man sich wie in einem Aquarium im Zoo. Hier sehe ich noch mehr Fische.

Zeit für den Rückflug!

Mittlerweile ist es Nachmittag geworden und ich habe die Fische nun wirklich in allen Lebenslagen erlebt. Es ist Zeit für die Rückreise. Jetzt kommen wir zu dem anfangs erwähnten Plan. Ich besteige ein ganz kleines Boot, welches mich zu einer noch kleineren schwimmenden Plattform bringt, auf der bereits ein Hubschrauber auf mich wartet. Mit mir im Hubschrauber sitzen zwei Damen, die sich ängstlich aneinander klammern, doch zum Glück müssen sie sich nicht übergeben, noch mal gut gegangen. Der Hubschrauber trägt uns über das türkisfarbene Meer zurück nach Cairns. 


Obligatorischer Check, als ich aus dem Hubschrauber steige, meine Haare liegen immer noch. Was für ein Glück.

Schöne Grüße aus Melbourne!


Australien. Winter-Wetter am 27. August 2011


Sydney 21 Grad
Canberra 19 Grad
Melbourne 19 Grad
Hobart 14 Grad
Adelaide 20 Grad
Perth 21 Grad
Alice Springs 22 Grad
Darwin 30 Grad
Cairns 26 Grad
Brisbane 20 Grad

Herrlich, das nennen wir Winter ...

Schöne Grüße aus Melbourne!


Friday, 26 August 2011

Australien. Winter-Wetter am 26. August 2011


Sydney 20 Grad
Canberra 18 Grad
Melbourne 18 Grad
Hobart 14 Grad
Adelaide 19 Grad
Perth 20 Grad
Alice Springs 22 Grad
Darwin 29 Grad
Cairns 26 Grad
Brisbane 20 Grad

Herrlich, das nennen wir Winter ...

Schöne Grüße aus Melbourne!


Australien. Juddy Roller und die Street Art

In Melbourne gibt es an unzähligen Ecken Cafés. Seit Jahren befinde ich mich schon auf einer mir selbst auferlegten Mission jedes coole unter ihnen zumindest einmal besucht zu haben, doch eine Neueröffnung jagt die nächste, sodass ich beim besten Willen nicht hinterher komme. Zwischendurch muss ich ja bekanntermaßen auch noch am Strand spazieren gehen! Und jetzt hat gerade eben schon wieder ein neues Café aufgemacht, das Juddy Roller in Fitzroy. Wenn ich von etwas ausgesprochen Aufregendem höre, rutschen die anderen auf meiner Liste nach unten und die brandheißen bekommen den Vortritt. Meine Liste ist so dynamisch, wie es die Café Kultur in Melbourne ist. Freizeitstress Melbourne!

Juddy Roller

Neueröffnung Juddy Roller Café, da bin ich doch dabei. Der Besitzer unterstützt lokale und internationale Street Art Künstler. In seinem Café und dessen Umgebung gibt er den Künstlern die Möglichkeit sich bei Live Kunst-Sessions beispielsweise mit Graffitis und Schablonengraffiti auszutoben. Immer wieder und ständig neu. 

Neben Kunst, Kaffee und Bio-Tee gibt es auch Frühstück. Stattgefunden hat im Juddy Roller auch die ILL-logic Ausstellung, bei dem fünf Nachwuchskünstler ihre Leidenschaft und Können präsentieren. Street Art, ist das jetzt Kunst oder einfach nur Vandalismus? Darüber kann man lange streiten, diskutieren, nachdenken und jeder wird es sowieso anderes sehen und wahrnehmen. Auf jeden Fall sehen so viele Städte mit ihrer Street Art auf Stromkästen, Mauern, Ampeln, Verkehrsschildern, Brückengeländern und wo sonst noch alles wie Outdoor-Gallerien aus und regen zum Reden an, das ist doch schon mal was.


Itch, Flake, Rick Schweden, Taylor White, Paul Rodgers bei der ILL-logic!

Mitgemacht haben der Graffiti-Künstler Itch der in Newcastle, NSW aufgewachsen ist. Er malt, seitdem er fünf Jahre alt ist, und lebt heute in Melbourne. Flake, aufgewachsen an der Gold Coast der sich durch Bilder, Sounds und die Unterwelt der Stadt inspirieren lässt. Seine Werke sind eine Weiterentwicklung von Manga und traditioneller Kunst, sein Stil ist beeinflusst von kommerziellem Design, Illustration und Street Art. Rick Schweden, wurde in Neuseeland geboren und ist ein Digitaler 2 D Konzeptkünstler. Taylor White, aus Cary, North Carolina, ist nach ihrem Studium von USA nach Norwegen gezogen und hat dort in der Werbung gearbeitet. Heute lebt auch sie in Melbourne und arbeitet derzeit freiberuflich als Illustratorin und Künstlerin. Paul Rodgers der Künstler, Filmemacher, DJ, VJ und Dozent an der Swinburne University of Technology.

Mehr Street Art? Einfach mal den Franzosen Blek le Rat, den Amerikaner Keith Haring oder den Engländer Banksy googeln ... und dann die Frage beantworten, Street Art, ist das jetzt Kunst oder einfach nur Vandalismus? Was meint Ihr? Ich freue mich auf alle Antworten, Meinungen und Anregungen.

Schöne Grüße aus Melbourne!


Thursday, 25 August 2011

Australien. Winter-Wetter am 25. August 2011


Sydney 22 Grad
Canberra 19 Grad
Melbourne 20 Grad
Hobart 18 Grad
Adelaide 20 Grad
Perth 19 Grad
Alice Springs 24 Grad
Darwin 29 Grad
Cairns 24 Grad
Brisbane 22 Grad

Herrlich, das nennen wir Winter ...

Schöne Grüße aus Melbourne!


Wednesday, 24 August 2011

Australien. Augenzeuge Josef aus Österreich!

Auf dem gerade in Melbourne stattfindenden Winterfest habe ich mit Josef aus Österreich gesprochen, der hier direkt neben der Eislaufbahn Glühwein verkauft. Er lebt seit 15 Jahren in Sydney. Hierher gekommen ist er der Liebe wegen und Kinder gibt es mittlerweile auch schon. Sydney ist einfach eine tolle Stadt zum Leben findet Josef, im Sommer gibt es wohl kaum einen besseren Platz, das Meer und die tollen Strände sind einmalig. Doch im Winter findet er Melbourne eigentlich auch ganz gut, zumindest wie er das von seinen vielen Besuchen einschätzen kann.

Geschwindigkeit entscheidet über Leben und Tod

Im Berufsleben ist Josef Rettungssanitäter, doch nicht so, wie man es meistens kennt. Josef fährt, um Menschenleben zu retten zur Unfallstelle mit einem Motorrad, er ist Motorrad Paramedic. Die Geschwindigkeit, mit der ein Sanitäter am Einsatzort ist, kann über Leben und Tod entscheiden.

Seine Arbeit fühlt sich gut an und macht ihn glücklich und zufrieden, er möchte sie nicht missen. Die Ausbildung in seinem Bereich findet Josef hier in Australien viel besser, als er sie aus Europa kennt. Als er hierher kam, musste er seinen Abschluss noch mal machen und deshalb kann er beide Ausbildungen direkt miteinander vergleichen. Von ihm habe ich auch gelernt, dass in Australien am Unfallort gar keine Ärzte zugegen sind, die Versorgung der Opfer liegt ganz in den Händen der Sanitäter.


Die geniale Idee!

Josef hat ein herrliches Glühweinrezept mit Orangenschalen, Zimt und Nelken entwickelt. Das mit dem Glühwein das macht er jedoch so nebenbei, erzählt er mir. In den Wintermonaten ist er in diesem Jahr an den unterschiedlichen Standpunkten des Winterfestivals mit seinem Glühweinstand vertreten. Und das kann er nur machen, weil er Sonderurlaub bekommen hat. In Australien können Mitarbeiter, die bereits zehn Jahre bei ein und demselben Arbeitgeber beschäftigt sind einen zusätzlichen Sonderurlaub von zwei Kalendermonaten bekommen, wenn sie es möchten.

Wenn etwas das Josef nebenbei macht, so genial ausfällt, dann kann man davon ausgehen, dass man in Sydney bei einem Notfall in richtig guten Händen ist. Nicht dass ich das irgendwem oder mir selber wünsche ...

Den Glühwein kann man als Gewürzmischung im Teebeutel kaufen oder aber auch als Sirup in einer Flasche.

Menschen, die hier in Australien wohnen oder gewohnt haben und von ihren Erlebnissen berichten. Wie finden Alyson aus Kanada, Franzi aus Deutschland, Jackie aus England, Alexander aus Deutschland, Yang aus China, Jan aus England, Maureen aus Deutschland das Leben in Australien?

Schöne Grüße aus Melbourne!


Australien. Winter-Wetter am 24. August 2011


Sydney 20 Grad
Canberra 19 Grad
Melbourne 20 Grad
Hobart 17 Grad
Adelaide 22 Grad
Perth 18 Grad
Alice Springs 23 Grad
Darwin 28 Grad
Cairns 24 Grad
Brisbane 21 Grad

Herrlich, das nennen wir Winter ...

Schöne Grüße aus Melbourne!


Tuesday, 23 August 2011

Heimweh! Heimat ... so far away!

Einen sehr traurigen Brief habe ich erhalten, es ging um Heimweh. Heimweh, für Menschen, die nicht daheim wohnen, ist das wohl immer wieder ein Thema. Was ist denn eigentlich Heimweh? Der Duden sagt: „Große Sehnsucht nach der fernen Heimat oder einem dort wohnenden geliebten Menschen, bei dem man sich geborgen fühlte.“

Was verpasst man eigentlich alles, wenn man nicht zuhause ist?

Machen wir uns nichts vor. Australien liegt am Ende der Welt. Nicht nur, dass man all die lustigen Dinge wie Geburtstagsfeiern, Hochzeiten, Polterabende, Geburten von Neffen und Nichten oder Enkelkindern, Weihnachten und Osterwochenenden mit schöner Regelmäßigkeit verpasst, man muss außerdem mit dem einzigartigen Gefühl klarkommen, das sich einstellt, wenn man seiner Familie und Freunden auch in Krisensituationen nicht zur Seite stehen kann und übrigens auch damit, dass die Familie oder die Freunde es folglich auch nicht können.

Nach so vielen Jahren fernab der Heimat habe ich mich ja daran gewöhnt. Die Sehnsucht, die ich verspüre, ist für mich so normal geworden wie das Atmen. Und um diesen Zustand zu erlangen, hab ich auch nichts Aufregendes unternommen, denn die Zeit heilt alle Wunden. Das ist wie bei einem Trauerfall, der Schmerz geht nie weg, man lernt lediglich mit dem Verlust und der Trauer, die man verspürt, zu leben.

Das Heimweh, wie ich es vor Jahren hatte, ist weg. Und doch, ab und an befällt es mich doch noch in ganz kleinen akuten Schüben. So wie gestern im Supermarkt, als ich Milch kaufen wollte. Die Milch, die ich gerne kaufen würde, ist immer ausverkauft. Immer!

Milch? Wegen so Typen hat man dann auch noch Heimweh!

Ich informiere mich, so wie schon bei den sieben bis neun anderen Gelegenheiten in den letzten Wochen, bei einem Verkäufer warum die Milch eigentlich immer ausverkauft ist.

Verkäufer: „Nein, das ist sie ja nicht, die wird automatisch immer nachbestellt.“

„Komisch nur, dass es sie dann nie gibt. Da stimmt doch wohl etwas nicht mit dem System. Geben sie das doch bitte mal weiter an den zuständigen Einkäufer.“

Der Verkäufer sagt zum zweiten Mal und nun schon etwas lauter, „Nein, das kann ja nicht sein, die wird automatisch immer nachbestellt.“

Wir blicken dabei gemeinsam auf das leere Regal, keine Milch, mal wieder ausverkauft!

„Ich habe genau diese Antwort doch aber schon um die sieben bis neun Mal von ihren anderen Kollegen gehört, aber die Milch gibt es doch trotzdem nie.“

Der Verkäufer spricht jetzt richtig laut, er steht kurz vorm Schreien. „Nein, das kann ja nicht sein, die wird automatisch immer nachbestellt.“

Der Verkäufer nahm an, ich habe das noch immer nicht verstanden, aber er war sicher, wenn er ganz laut spricht, dann kann ich besser folgen.

„Das sagten sie bereits mehrere Male, danke. Ich bin zwar Ausländerin, aber dass heißt doch nicht, dass ich gleichzeitig schlecht höre“.

Große hässliche Augen blicken mich erschrocken an, der Verkäufer stammelt eine Entschuldigung ...

Heimweh und wichtigere Sorgen!

Klar hab ich dann Heimweh, wenn ich so behandelt werde, wer würde das nicht haben, wenn er sich nicht willkommen fühlt. Doch viel wichtigere Sorgen lenken mich sofort von meinem Kummer ab. Wo kriege ich denn jetzt bloß Milch her?

Garantierter Taschentuch-Alarm mit Ronan Keating!

So Far Away

There's a land That gave me life That made me free That made me proud And someday I will return Home to the land Where I'll lay me down

Where is home? I hear you say So far away, so far away

I hear your voice from afar It haunts me whenever I stray But I must follow a star So far away So far away

In the song Upon the breeze And in the roar Of rolling waves Like the roots Of ancient trees That run so deep In the earth I crave

Where is home? I hear you say So far away, so far away

I hear your voice in my heart I miss you much more than I can say But I must follow a star So far away So far away

[Maori chant] Toitu he kianga; whatungarongaro he tangata (people are transistent things but the land endures)

Where is home? I hear you say So far away, so far away Where is home? I hear you say So far away, so far away



Wer hatte auch schon mal Heimweh? Und was ist das beste Mittel dagegen? Ich freue mich auf alle Tipps!

Hier noch mal Heimweh!

Schöne Grüße aus Melbourne!


Australien. Winter-Wetter am 23. August 2011


Sydney 19 Grad
Canberra 17 Grad
Melbourne 20 Grad
Hobart 18 Grad
Adelaide 22 Grad
Perth 20 Grad
Alice Springs 22 Grad
Darwin 29 Grad
Cairns 23 Grad
Brisbane 21 Grad

Herrlich, das nennen wir Winter ...

Schöne Grüße aus Melbourne!


Monday, 22 August 2011

Australien. David Hicks, Guantánamo

David Hicks ist Australier und saß mal sechs Jahre in Guantánamo Bay ein, vorgeworfen wurde ihm für Al-Qaida gekämpft zu haben. Eine australische Menschenrechtsgruppe schaffte es durch den Einsatz von Werbung 50.000 Unterschriften für seine Freilassung zu sammeln. Mit denen reichten sie ein Gesuch für seine Freilassung ein, welches die Regierung berücksichtige. David Hicks wurde nach Australien geholt. Hier sollte er noch sieben Jahre im Gefängnis sitzen, weil er terroristische Mittel gestellt hatte, doch nach seiner Entlassung aus Guantánamo war er bis zu seiner endgültigen Freilassung zunächst noch neun Monate in Adelaide in Haft.

„Guantanamo. My journey“ für Literatur Preis nominiert

Heute ist er frei, hat ein Buch geschrieben, „Guantanamo. My journey“ und ist für einen Literatur Preis nominiert. Die Regierung möchte nun etwas von seinen Einnahmen haben, denn seine Schilderungen basieren auf einer Straftat und laut australischem Gesetz darf man damit kein Geld machen. Straftaten sollen nicht verherrlicht werden oder gar ausgeführt, um mit der Schilderung der Tat später Geld zu machen.

Doch es ist doch mehr als unglaubwürdig, das David Hicks all das nur getan hat, um nun Geld mit einer Buchveröffentlichung zu machen! Waffenliebhaberei, Trainingscamps in Pakistan, Al-Qaida aktiv unterstützt, alles für einen Buchdeal? Irgendwie hört sich die Reaktion der Regierung mehr nach Abschreckung an, als wolle sie mit ihrer Aktion nur sagen, jeder, der eine Geschichte mit politischem Hintergrund erzählen möchte, kann das wohl besser gleich bleiben lassen, weil die Regierung ihn sowieso davon abhalten wird.

Absurd hin oder her! Richtig oder falsch!

Was David Hicks jetzt tatsächlich verbrochen hat, ob er ein Terrorist ist oder auch nicht, wir werden es wohl nie rausfinden. Gerade gibt es also einen Rechtsstreit um die Einnahmen aus der Buchveröffentlichung und auf der anderen Seite erwartet David Hicks von Australien eine Entschuldigung für das ihm angetane Unrecht. Obwohl Australien wusste, dass er wohl auch gefoltert und misshandelt wurde, wurde nichts unternommen, ihn zu unterstützen.

Schöne Grüße aus Melbourne!


Australien. Internationale Foto Biennale 2011

Foto mit F schreiben zu müssen, find ich komisch. Genau so komisch, wie Foto Biennale und Ballarat, denn das passt doch zusammen wie Vanilleeis und Leberwurst oder Mittelmeer und Skianzug oder Käsebrot und Erdbeermarmelade. Oder?

Arles, Frankreich! Und jetzt? Daylesford oder Ballarat?

Die Internationale Foto Biennale hat noch vor ein paar Jahren in Daylesford stattgefunden. Daylesford ist auch so ein kleiner Ort hier in Victoria, klein von der Sorte, wenn man nicht aufpasst, ist man schon durchgefahren. Daylesford ist aber ein sehr niedlicher freundlicher Ort und einen Besuch wert.

In 1969 hat die erste Foto Biennale in Arles stattgefunden. Der Veranstalter fand Daylesford erinnere ihn an Arles in Frankreich. Er organisierte deshalb in Daylesford die erste Internationale Foto Biennale Australiens. Um die 10.000 Besucher fanden sich ein. Kleiner Tipp, um sich Arles vor Augen zu rufen, an Nachtcafé von Vincent van Gogh denken ...! Seit 2008 rockt die Foto Biennale nun Ballarat. Ballarat liegt übrigens in Victoria. Auf der Ballarat International Foto Biennale gibt es Fotografie in all ihren Formen, von australischen und auch von internationalen Fotografen.


Swinging Sixties, 106, 21? 

Es hat sich mal wieder ausgezahlt, dass ich die Zeitung gelesen habe. Von einem Fotografen hatte ich gelesen, dessen Fotos dort ausgestellt werden, Brian Duffy aus England. Und der hat neben vielen anderen Berühmtheiten der Swinging Sixties in England auch David Bowie fotografiert. So wie das Cover Aladdin Sane. Alleine aus diesem einzigen Grund habe ich mich sofort am ersten Tag der Foto Biennale auf den Weg nach Ballarat gemacht. Ich wollte mir ein einziges Foto anschauen, das konnte ich mir nicht entgehen lassen.

Kaum hatte ich meine Mission intensivst erfüllt, stellte ich fest, dass ich mir in Ballarat noch viel mehr einzigartige Fotos ansehen kann und zwar an den unterschiedlichsten Plätzen, zum Beispiel in dem Verwaltungsgebäude der Gewerkschaft oder in der Bergbau Börse von Ballarat. Um genau zu sein, sind es in Ballarat und um Ballarat herum 106! Das Hauptprogramm besteht aus 21 Ausstellungen und wird begleitet von vielen Events und Workshops rund um das Thema Fotografie. Fast einen Tag lang war ich damit beschäftigt von Ausstellungsort zu Ausstellungsort zu schlendern und mich unterhalten und inspirieren zu lassen.


Fazit Internationale Foto Biennale Ballarat!

Alle Ausstellungsräume, die ich besichtigt habe, waren fast gähnend leer. Das war angenehm und toll, ist man doch aus anderen Ländern dichtes Gedrängel in Museen und Ausstellungen gewohnt. Eine Mitarbeiterin in der Bergbau Börse erklärte mir "Die Internationale Foto Biennale Ballarat war sehr gut besucht an ihrem ersten Tag ...", augenzwinkernd fügte sie sogleich hinzu „für Ballarat Verhältnisse." Locker, humorvoll und einfach sympathisch. Und ich werde sicher noch mal hin, denn die Biennale läuft insgesamt 30 Tage.

Foto Biennale in Ballarat geht doch, denn Käsebrot mit Marmelade schmeckt ja auch lecker.

Nachmittags 17 Uhr in Ballarat!
Sobald die Ausstellung für den Tag geschlossen war, verschwanden schlagartig alle Menschen von den Straßen, doch da kann ja die Biennale nichts zu, dieser Zustand ist ganz normal in Ballarat am späten Samstagnachmittag.  Wo sind die alle?

Internationale Foto Biennale Ballarat, Programm.

Schöne Grüße aus Melbourne!