Saturday, 31 March 2012

In Australien ... Hotel oder Campervan?


Der Hotels.com Hotel Price Index (HPI ™) ist eine regelmäßige Beobachtung von Hotelpreisen in bedeutenden Zielgebieten in der ganzen Welt. Der HPI basiert auf Buchungen, die auf Hotels.com gemacht wurden. Die angegebenen Preise basieren auf denen von den Kunden tatsächlich bezahlten und nicht auf den beworbenen Preisen.

Ganz kurz auf einen Blick

Canberra AUD 177
Perth AUD 174
Brisbane AUD 174
Sydney AUD 172
Port Douglas AUD 172
Melbourne AUD 154
Hobart AUD 147
Adelaide AUD 145
Gold Coast AUD 144
Cairns AUD 117

Australien ist für Reisende aus aller Welt im Moment aufgrund des derzeitigen Wechselkurses ein kostenintensives Reiseziel. Gerade Rucksacktouristen, die ihr Geld lieber für andere Abenteuer auszugeben gedenken, ziehen es deshalb vor, im Zelt oder im gemieteten Campervan zu übernachten.

Eine Dose Ravioli warm machen?

In ländlichen Gebieten ist das einfach zu realisieren, dort stören sie niemanden. Schwieriger wird die Situation, in Städten wie Sydney, Melbourne und Adelaide. Dort einen passenden Stellplatz zu finden gelingt nicht immer ohne Weiteres. Oft landen die Touristen mit ihrem Campervan in Wohngebieten und denken am Straßenrand einen geeigneten Standort gefunden zu haben. Die Anwohner sind jedoch alles andere als erfreut, wenn sich vor ihrem Schwimmbad oder lokalen Park, in welchem sie nach Feierabend den Hund Gassi führen, Urlauber auf dem Campingkocher Ravioli zubereiten. Sie reagieren auf die unerwünschten Besucher mit ständigen Beschwerden bei den Behörden der Gemeinde.

Übernachten mit dem Campervan im Wohngebiet wird mit einer Strafe von AUD 200 geahndet.

Schöne Grüße aus Melbourne!

Australien. Herbstwetter. 31.3.2012


Sydney 25 Grad
Melbourne 29 Grad
Brisbane 27 Grad
Perth 25 Grad
Adelaide 24 Grad
Hobart 25 Grad
Cairns 29 Grad
Darwin 31 Grad
Canberra 26 Grad
Alice Springs 34 Grad

Schöne Grüße aus Melbourne!

Friday, 30 March 2012

Australien. Audi Festival of German Films



Die Zeit rennt und schon wieder ist ein ganzes Jahr vorbei, seit dem letzten Audi Festival of German Films. Das diesjährige Festival läuft vom 18. April bis 6. May 2012. 37 Deutsche Filme kann man sich in diesem Zeitraum in Sydney, Brisbane, Melbourne, Adelaide, Perth und Canberra anschauen.

Im Film Hotel Lux spielt Bully Herbig nicht nur Stalin, sondern auch Micky Maus. Micky Maus ist ein Arschloch und Walter Ulbricht baut aus Zuckerwürfeln eine Mauer, auf dem Gang bricht Unruhe aus, er ist zu feige selber gucken zu gehen und schickt eine Mitarbeiterin los .... Jürgen Vogel spielt leider nur ein ganz klein wenig mit. In Unter Nachbarn ist Maxim Mehmet zwar ein Mörder, na ja, es war eigentlich ein Unfall. Den ganzen Film über sieht er sehr zerschossen aus, ist aber trotzdem so attraktiv, niedlich und nett, wie sein Nachbar furchterregend und durchgedreht ist ... oder ist der einfach nur einsam? Bei den zwei Filmen habe ich mich heute schon einstimmen lassen auf das Festival of German Films 2012 und ich muss sagen, die Filme haben Lust auf mehr gemacht.

Warum soll ich hingehen?

Für in Australien lebende Deutsche ist das Film Festival die Gelegenheit, bekannte Gesichter in den neuesten Filmen aus der Heimat zu sehen. AustralierInnen haben die Chance, die deutsche Sprache zu hören und gleichzeitig eine Menge über die Lebens- und Denkweise der Deutschen zu erfahren. Neben den Dramen, Komödien, Dokumentarfilmen gibt es ein weiteres Highlight. Und das bekommt man nicht auf DVD. Wie reagieren AustralierInnen auf die Filme? Man ist erstaunt, wie viel Situationskomik „lost in culture“ ist. Ein Schauspiel für sich. Unbedingt ansehen.

Hotel Lux


Unter Nachbarn



Trailer Audi Festival of German Films


Australien. Audi Festival of German Films. Tickets: ab AUD 19,00. Alle Infos hier: Goethe-Institut Australien

Schöne Grüße aus Melbourne!

Australien. Herbstwetter. 30.3.2012


Sydney 24 Grad
Melbourne 28 Grad
Brisbane 27 Grad
Perth 23 Grad
Adelaide 32 Grad
Hobart 22 Grad
Cairns 29 Grad
Darwin 32 Grad
Canberra 23 Grad
Alice Springs 32 Grad

Schöne Grüße aus Melbourne!

Thursday, 29 March 2012

Kylie Minogue. Botschafterin Sydney Silvester 2012


Der Oberbürgermeister von Sydney gab gestern bekannt, Australiens Queen of Pop Kylie Minogue als Botschafterin für die in Sydney stattfindende Silvester Veranstaltung 2012 ernannt zu haben.

Kylie Minogue, die in diesem Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum als Sängerin, Entertainerin und Designerin feiert, sagte, sie ist begeistert ihre Erfahrung einbringen zu können. Sie will Sydney dabei helfen, den Ruf als Silvester-Hauptstadt der Welt zu erlangen.

"Ich bin eine sehr stolze Australierin. Nach Hause zu kommen, um Sydneys Silvesternacht zu veranstalten, ist ein wahr gewordener Traum. Egal wo ich bin in der Welt, ich schaue immer das Silvester Feuerwerk in Sydney an, und auch wenn ich aus Melbourne bin, konnte ich mir diese Gelegenheit mein 25-jähriges Bühnenjubiläum in der Silvester-Hauptstadt der Welt zu feiern, nicht entgehen lassen. So viele Dinge passieren für mein 25-jähriges Jubiläum in der Musikbranche, aber ich kann mir keinen besseren Ausklang für die K25 Jahre denken, als die Silvester Feier in Sydney, Australien."

Der Oberbürgermeister sagte Kylie Minogue würde mit dem Produktionsteam und der Kreativagentur der Stadt, zusammenarbeiten, um ein Thema, eine Farbgebung und einen Stil für die Veranstaltung zu entwickeln. "Ich freue mich Kylie als unsere Botschafterin für die Silvesterfeierlichkeiten im Jahr 2012 in Sydney, ernannt zu haben und ich kann es kaum erwarten zu sehen, was sie zu dieser Weltklasse-Veranstaltung beitragen wird.“

Zu Silvester zieht es um die 1,6 Millionen Menschen in den Hafenbereich, die mit rund 156.000.000 AUD$ die lokale Wirtschaft unterstützen. Kylie Minogue tritt als Botschafterin für 2012 in die Fußstapfen von dem in Sydney geborenen Industrie-Designer Marc Newson.


Und jetzt? Schnell einen Flug buchen.

Schöne Grüße aus Melbourne!

Miranda Kerr. Earth Hour und eine Yogastunde in Sydney ...


Earth Hour ist eine Idee der Umweltstiftung World Wide Fund For Nature (WWF). Zum Start der Initiative im Jahr 2007 schalteten in Sydney 2 Millionen Menschen das Licht aus. Earth Hour 2007 in Melbourne sah anders aus. Der eine oder andere saß bei Kerzenschein im Wohnzimmer, eine ganze Stunde lang. Andere ignorierten die Aktion komplett und viele Privathäuser „glühten“ wie UFOs, die gerade gelandet waren. Die Bewegung startete in 2007 in Sydney und es mag sein, dass sie sich bis Melbourne nicht rumgesprochen hatte.

Nach der ersten Earth Hour in 2007 brach gleich eine Diskussion los. Bringt es etwas, wenn alle Erdenbürger für eine Stunde das Licht abschalten? Es gibt kritische Stimmen, die vom Gegenteil überzeugt sind. Es geht nicht so sehr darum, in dieser Stunde Strom zu sparen, eher um die Symbolkraft die von dieser Geste ausgeht. Seht her, wir müssen was machen, jeder von uns, und zwar jetzt ...

Miranda Kerr, Modell aus Australien leitet eine Yogastunde, wenn sich mehr als 500 Menschen finden, die einen YouTube Earth Hour, I will if you will ... Spot ins Internet stellen.


Nicht nur Miranda Kerr tut was. Hier in Melbourne wird die Beleuchtung am Eingang zum Luna Park, einem Vergnügungspark in St Kilda, abgestellt. In Sydney wird das Licht in allen Verwaltungsgebäuden der Regierung abgestellt. Noch wird diskutiert, ob alle Unternehmen die Lichter abstellen müssen. Denn, nicht alle Firmen, die in den Hochhäusern ansässig sind, nehmen teil. Geplant ist es die Skyline zu fotografieren, um am Folgetag mit dem Finger auf die Verweigerer zeigen zu können.

Macht Ihr auch mit? Was tut Ihr für unsere Erde? Wie kann man zu einer klimafreundlichen und sicheren Energieversorgung beitragen? So engagiert wie Miranda Kerr?

Schöne Grüße aus Melbourne!

Tuesday, 27 March 2012

Australien. Herbstwetter. 27.3.2012


Sydney 25 Grad
Melbourne 23 Grad
Brisbane 26 Grad
Perth 28 Grad
Adelaide 25 Grad
Hobart 19 Grad
Cairns 28 Grad
Darwin 32 Grad
Canberra 22 Grad
Alice Springs 30 Grad

Herbst in Melbourne. Was für ein Schauspiel. Perfekte Inszenierung. Großartig zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Oder etwa nicht?

Schöne Grüße aus Melbourne!

Monday, 26 March 2012

Von Kölle nach Australien. Interview mit der Austauschschülerin Nina


Mit 16 Jahren ergriff Nina die Gelegenheit, als Austauschschülerin nach Australien zu gehen. Sie ging zur Schule, hatte aber auch Zeit in Australien einige Ferientage einzulegen. Nina meint, der Trip nach Australien war die schönste Zeit in ihrem Leben; auch wenn sie den Aufenthalt teilweise nicht als wirklich leicht und angenehm empfunden hat. Die sechs Monate in Australien haben sie in jedem Falle positiv verändert.

Ich freue mich, dass Nina uns hier verrät, wie das genau ablief, mit ihrem Schulaustausch. Wusstet Ihr, dass es Schulkindern in Australien erlaubt ist, während Tests die Mathe-Formeln abzulesen? Nein? Nina weiß noch Einiges mehr zu berichten ...

Dorothée Lefering: Austauschjahr in Australien. Woher kam die Idee?

Nina: Bei mir an der Schule liegen am Sekretariat einige Prospekte aus, alle informieren über Schulaufenthalte im Ausland oder Au-pair-Angebote für die Zeit nach dem Abi. Als ich in der 10. Klasse war, kam das Thema "Auslandsjahr" auf, da dies die Zeit ist, sich anzumelden. Alle redeten davon, ob sie weggehen wollen oder nicht. Ich nahm einige Prospekte mit und war begeistert. Anfangs vertrat ich die Meinung, es sei unnötig, während der Schulzeit ins Ausland zu gehen, nach dem Abi sei doch noch genug Zeit.

Ich bin froh, mich doch umentschieden zu haben. Das Abenteuer Australien klang einfach zu verlockend.

Dorothée Lefering: Die Zeit rennt und wir erleben viel. Erinnere Dich doch bitte. Was hast Du gedacht, nachdem Du Deinen ersten Tag in Australien verbracht hast?

Nina: Oh, an meinen ersten Tag in Australien kann ich mich noch sehr genau erinnern. Ich kam um 6.30 Uhr, zusammen mit sieben weiteren deutschen AustauschschülerInnen, am Flughafen in Melbourne an. Wir wurden von der stellvertretenden Schulleiterin unserer High School abgeholt und zur Schule gefahren.

Auf dem Weg von Melbourne nach Frankston konnte ich mit dem Staunen gar nicht aufhören: Die Großstadt -wunderschön-, die zahlreichen Palmen -wunderschön- und das Meer, das man immer wieder zwischen den Häusern sah- alles begeisterte mich.

Nachdem wir von unseren Gastfamilien an der Schule empfangen und abgeholt wurden und ich etwas gegessen hatte, fuhr meine Gastmutter mit mir im Auto durch Frankston, durch einige Vororte der Mornington Peninsula, das Meer immer in Sichtweite. Es war wunderschön, die Sonne schien und es waren frische 10°C - Anfang Juli eben.

Auf dem Rückweg bin ich mindestens fünf Mal im Auto eingeschlafen, was mir sehr unangenehm war, doch ich konnte nichts dagegen tun. 24 Stunden Flug können einen doch ganz schön mitnehmen. Also ging ich gegen 17.00 Uhr ins Bett und schlief 15 Stunden durch.

Meine Gedanken vor dem Schlafen gehen waren pure Überwältigung und Zufriedenheit. Ich wusste, dass ich eine wundervolle Zeit in Australien haben würde, dass Australien mein Herz vom ersten Moment an gewonnen hatte. Von Heimweh konnte keine Rede gewesen sein.

Dorothée Lefering: Wie hast Du die Zeit des Einlebens empfunden, was war während dieser Zeit das schwierigste, was das einfachste?

Nina: Die Zeit des Einlebens war sehr anstrengend, da ich mit meiner Gastfamilie, welche lediglich aus einer 73-jährigen Dame bestand, nicht glücklich war und es ganze zwei Monate dauerte, bis ich in eine richtige Gastfamilie wechseln konnte. Dadurch, dass ich in dieser Zeit möglichst wenig Zeit zu Hause verbringen wollte, habe ich sehr viel Freizeit am Strand verbracht und Entdeckungsspaziergänge durch die Gegend gemacht.

Anders als man es immer hört, interessieren sich die Australier überhaupt nicht für neue (internationale) Schüler. In Fächern wie Biologie und Mathematik war es anfangs schwer, alles zu verstehen, aber das hat sich schnell gelegt. Englisch stellte für mich generell keine Schwierigkeiten dar. Durch die Komplikationen mit der Gastfamilie war ich in der Schule oft damit beschäftigt, zu überlegen, wie es weitergehen würde. Dadurch hab ich wenig Kontakt zu Mitschülern aufgebaut, sodass diese, zu dem Zeitpunkt, noch weniger Interesse als eh schon zeigten.

Das Einfachste in der Zeit des Einlebens war definitiv das Man-Selbst-Sein. Keiner kannte einen, keiner erwartete irgendwas (Deutsche gelten in Australien immer als sehr schlau und sehr gut in der Schule), man konnte einfach man selbst sein. Das fiel mir in Australien insgesamt immer besonders leicht.

Dorothée Lefering: Welche Sehenswürdigkeiten hattest Du die Gelegenheit in Australien zu besuchen?

Nina: Mit meinem Outdoor Education Kurs bin ich Anfang August einen Tag nach Lake Mountain, in Australiens Premier Cross Country Ski Resort, zum Langlaufen gefahren. Das war definitiv ein tolles Erlebnis! Ein paar Monate später war ich auf einem weiteren Outdoor Ed. Ausflug in den Grampians. Wir waren 3 Tage Bergsteigen und Abseilen. Es war atemberaubend.

In den australischen Osterferien war ich auf einer Outbacktour: 12 Tage mit 80 Deutschen und Italienern mit zwei Bussen von Alice Springs zum Kings Canyon, Uluru, Kata Tjuta, Coober Pedy, Adelaide und Melbourne. Diese zwei Wochen waren wirklich unbeschreiblich, einfach umwerfend.
Auf der Tour habe ich einige Freundinnen gewonnen, eine von ihnen besuchte ich für eine Woche in Maroochydore, zusammen mit einer weiteren Freundin. Dort haben wir einen Ausflug nach Fraser Island gemacht, welcher wirklich toll war.

Kurz vor Schuljahresende hab ich mit meiner chinesischen Gastschwester und sehr guter Freundin einen Tagesausflug an die Great Ocean Road gemacht - schließlich lag diese praktisch vor der Tür! Ein wundervoller Ausflug. Die 12 Apostel können einem wirklich leicht den Atem rauben.

Als die Sommerferien anfingen und sich mein Aufenthalt zum Ende neigte, verbrachte ich zwei Wochen mit meiner Mutter, welche mich aus Deutschland besuchte, in Sydney und Cairns.

Ich hab das Sydney Opera House gesehen - zu dem Zeitpunkt kam Oprah Winfrey nach Sydney, ganz Sydney war im Oprah-Fieber!- und bin im Great Barrier Reef schnorcheln gegangen.

Während meines 6-monatigen Schulaufenthalts habe ich wirklich jede Gelegenheit genutzt, so viel wie möglich zu erleben und zu sehen. Es hat sich definitiv gelohnt.

Dorothée Lefering: In Australien ohne Eltern, Freunde und Familie. Dein bestes Hilfsmittel gegen Heimweh?

Nina: Auf diese Frage kann ich (leider?) keine Antwort geben, da ich nie Heimweh hatte. Ab und an hab ich mir gewünscht, meine Freundinnen könnten diese atemberaubenden Landschaften sehen, aber dann schaute ich um mich herum und nahm die wundervollen Menschen, mit denen ich unterwegs war, wieder wahr.

Dadurch, dass ich in meiner Gastfamilie keinen Internetzugang hatte, konnte ich meine Familie und Freunde nicht immer über Neuigkeiten informieren. Trotzdem habe ich zu der Zeit regelmäßig geschrieben, sodass immer alle über meine Abenteuer in Australien informiert waren.

Dorothée Lefering: Deutsche und australische Schulausbildung. Welche Unterschiede sind Dir aufgefallen? Was wird in welchem Land besser gemacht?

Nina: Was natürlich sofort auffällt, ist die australische Schuluniform, welche sich von Schule zu Schule unterscheidet. Mir persönlich hat diese Erfahrung sehr gefallen, da das Gemeinschaftsgefühl um 100% gesteigert wird und man einfach eine Einheit ist. Was mir noch sehr gut gefallen hat, war die breite Fächerwahl. Ich habe zum Beispiel Fächer wie Outdoor Education, Racquet Sports und Psychologie belegt, aber natürlich auch Englisch, Mathe und Biologie.

Was mir nach meiner Rückkehr in Deutschland und auch jetzt noch auffällt, ist, dass sich die Inhalte der Fächer in Australien mit den Inhalten der Fächer in Deutschland sehr ähneln und ich somit einiges in Australien in Year 11 gelernt habe, was wir in Deutschland auch in der 11 und teilweise jetzt in der 12 durchnehmen.

Das Lehrer-Schüler-Verhältnis ist in Australien viel besser als in Deutschland. Ich habe selbst erlebt, dass jeder Lehrer alles für ihn mögliche tut, damit seine Schüler die bestmögliche Leistung erbringen, oder zumindest den Kurs bestehen. Das schließt auch extra Nachhilfe nach einer Stunde ein.

Dadurch, dass die meisten Lehrer jung sind, ist das Lehrer-Schüler-Verhältnis noch mal um einiges lockerer, wobei die Lehrer nicht weniger Autorität genießen als in Deutschland.

Die Multiple-Choice Mathetests haben mir persönlich auch sehr zugesagt. Zu allem Überfluss durften wir auch immer unser Matheheft im Test benutzen, wodurch diese noch leichter wurden. So sollte es in Deutschland auch sein. Ich halte es für sinnlos, Formeln auswendig zu lernen und dieselben absurden Aufgaben immer und immer wieder zu lösen. Für nichts. Dann lieber Multiple-Choice-Aufgaben mit Heft lösen!

Was sich noch vom deutschen Schulsystem unterscheid ist, dass es in Australien keine mündliche Mitarbeit gibt. Es wird sich auch nicht gemeldet, sondern einfach reingeredet. Das muss man sich als Deutsche erst mal angewöhnen! Während die mündliche Mitarbeit in der deutschen Oberstufe 50% der Gesamtnote ausmacht, kann man in Australien einfach auf die Aufforderung vorzulesen " I'm not a reader" antworten und man wird in Ruhe gelassen. Darüber, ob diese Arbeitshaltung gut oder schlecht ist, lässt sich streiten. Ich bevorzuge da doch das deutsche Prinzip.

Dorothée Lefering: Nun bist Du wieder zurück in Deutschland. Was rätst Du SchülerInnen, die auch von einem Austauschjahr träumen?

Nina: Ich rate allen zukünftigen internationalen Schülern und denen, die es gerne werden wollen, sich genau zu informieren, auf was sie sich da einlassen. Ein Austauschjahr ist kein Spaziergang. Man muss viele Hürden überwinden und lernt seine Grenzen kennen. Man ist auf sich alleine gestellt und muss lernen, alleine klarzukommen. Meine Gastfamilie hat sich weder um mich und meine chinesische Gastschwester gekümmert, noch haben sie und jemals mit dem Auto zu Freunden oder Hobbys gebracht (auch nicht zum Flughafen) oder Essen im Haus gehabt. Man muss in der Lage sein, alles selber zu planen.

Ihr solltet euch genau überlegen, was ihr euch von diesem Auslandsjahr erhofft und eure Erwartungen nicht zu hoch setzen! Ich persönlich bin vollkommen ohne Erwartungen nach Australien gegangen, demnach wurde ich auch nicht enttäuscht.

Australien und Deutschland sind zwei verschiedene Welten, man muss sich anpassen, ohne jedoch seine Werte und Normen zu verlieren.

IHR entscheidet selber, ob es das Jahr eures Lebens wird oder euer schlimmster Albtraum. Lasst euch von Kleinigkeiten nicht runterziehen und führt euch jeden Tag vor Augen, wie gut ihr es habt, diese Erfahrungen machen zu dürfen. Überwindet eure Ängste, seit immer offen für Neues, geht auf Menschen zu, auch wenn es euch Überwindung kostet.

Und ganz wichtig: Macht nie den Fehler, Vegemite so dick wie Nutella auf Toast aufzutragen!

Dorothée Lefering: Danke für Deine Zeit Nina. Ich wünsche Dir weiterhin alles Gute und viel Erfolg in der Schule.


Schöne Grüße aus Melbourne!